Chris Barber: Gesellen ohne Meister

Eigentlich hätte es ein großes Jubiläumskonzert werden sollen, eines von vielen, aber dennoch eines mit Schwung. Seit 70 Jahren steht Chris Barber mittlerweile auf der Bühne, ein Bigband-Dinosaurier und einer der letzten Bewahrer von traditionellem New-Orleans-Jazz und Dixieland-Musik in großer Besetzung. In der Stadthalle Bad Godesberg wollte der 88-Jährige nun dementsprechend feiern. Doch es kam anders. Der Meister habe sich die Hüfte gebrochen, musste Posaunist Bob Hunt gleich zu Beginn des Konzerts bekanntgeben. Kein Grund zur Panik, Barber würde schon wiederkommen. Aber eben nicht an diesem Abend. An dem würde es ohne den Chef gehen müssen.

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Frontm3n: Mehr als nur ein Best-of

Einst zählten The Hollies, The Sweet und 10cc zu den wichtigsten und berühmtesten Rock- und Popbands Großbritanniens. 40 Jahre ist das jetzt her, bei den Hollies sogar noch länger, doch ihre Hits leben bis heute fort, ebenso wie die Bands selbst, auch wenn nur noch wenige ursprüngliche Mitglieder aktiv sind. Frische Gesichter stehen im Rampenlicht – drei von ihnen haben sich nun als Frontm3n zusammengetan, um die alten Hits neu zu interpretieren und zugleich einige Eigenkompositionen zu präsentieren.

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Schlachtplatte: Satire aus dem Orbit

Aus dem All betrachtet ist die Welt noch in Ordnung. Unser blauer Planet, wunderschön und friedlich schwebt er inmitten der Leere. Die lokalen und regionalen Dispute und Konflikte sehen alle so klein und unbedeutend aus, so hohl und so banal. Doch der Schein trügt, und irgendjemand muss endlich das große Ganze sehen. Nicht ohne Grund hat sich daher die diesjährige Mannschaft der „Schlachtplatte“ in den Orbit schießen lassen, um ihre Jahresabrechnung zu präsentieren. Die Bühne wird zur Raumstation, die Erde ist weit weg – und dennoch in den Ausführungen von Robert Griess, Axel Pätz, Sebastian Schnoy und Nils Heinrich allgegenwärtig. Denn angesichts von Plastik im Wasser und Hass in den Herzen, angesichts von Populisten und Despoten und Neidern und Mauerbauern müssen die Warnrufe umso lauter und eindringlicher sein. Was zumindest im Pantheon nicht immer, aber doch zum Glück immer wieder gelingt.

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Bonner Filmchor: Bitte ohne Texte

Große Klänge für noch größere Emotionen, voller Pathos, Wucht, Charme, Witz oder Gefühl: Die Kompositionen der Traumfabrik Hollywood lassen keinen kalt. Die Lieder der Disney-Filme oder die unvergesslichen Instrumentalwerke von Howard Shore oder John Williams berühren eigentlich jeden auf die ein oder andere Weise. Es sei denn, sie werden dermaßen verunstaltet oder persifliert, dass ihre ursprüngliche Wirkung verfliegt. Das will natürlich keiner, zumindest nicht absichtlich – dennoch hat sich der Bonner Filmchor bei seinem inzwischen zweiten Konzert in der Brotfabrik keinen Gefallen damit getan, berühmte Melodien mit neuen Texten zu versehen, die mit bemühtem Witz und einem aufgesetzten Spiel mit Meta-Ebenen die Stücke ad absurdum führen. Was schade ist, zumal der von Guido Preuß geleitete und erst 2017 gegründete Klangkörper durchaus Potenzial besitzt. Und es ab und zu sogar abruft.

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Hans-Jürgen Schatz: Vergnügliche Missverständnisse

Erwartungen beruhen – zumindest im zwischenmenschlichen Bereich – oftmals auf unvollständigen Informationen. Da wird der erstbeste arme Schlucker in einem Edel-Hotel kurzerhand für einen anonym reisenden Multimillionär gehalten, während der echte Industriemagnat durch eine Verquickung ungewöhnlicher Umstände und den Snobismus der Angestellten einfach unterm Dach einquartiert wird; und ebenso schnell wird eine höfliche Schiffsmannschaft als überaus interessierte Reisegesellschaft einer alleinstehenden gutmütigen Quasselstrippe angesehen, die in Wahrheit nur alle in ihrer Umgebung unendlich langweilt.

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PPP 2019: Auf Identitäts- und Heimatsuche

Auf Bonn kann man sich verlassen. Zumindest in gewissen Bereichen. Kostenexplosionen bei Bauprojekten treten zum Beispiel mit erschreckender Zuverlässigkeit auf, während Oberbürgermeister Ashok Sridharan sich um die wirklich wichtigen Dinge in der Bundesstadt kümmert, so wie etwa Kaugummi auf rheinischen Straßen. Geht ja gar nicht, sagt das Ensemble des Pink Punk Pantheon – und setzt sich in der inzwischen 36. Session mit diesen und anderen Missständen auf gewohnt chaotische und närrische Weise auseinander.

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