Akua Naru: Lecks im Energiekreislauf

Der Sog ist stark. Sehr stark. Wenn Akua Naru an den Rand der Bühne tritt, ebbt das Publikum lachend zurück, nur um dann wieder wellengleich zurückzukehren und die Rapperin aus Köln mit Energie zu versorgen. Dann wieder gehen die Arme in die Höhe, wippend, wiegend, wogend, den Impulsen von der Bühne folgend und sie zugleich verstärkt zurückwerfend, bis die charmante Frontfrau nicht mehr weiß, wohin sie mit all dieser Kraft soll, die ihr an diesem Abend in der Harmonie entgegenfließt. Keine Frage, auch dieses Konzert des „Over the Border“-Festivals ist ein besonderes Erlebnis für Künstler und Publikum – und doch nicht ganz das, was es sein könnte. Denn mitunter suboptimale Abstimmungen im Hintergrund und eine schwächelnde Tontechnik verhindern, dass Akua Naru ihr ganzes Potenzial ausschöpfen kann.

mehr lesen 0 Kommentare

La Caravane Passe: Auf den Hund gekommen

Wenn eine ebenso irre wie geniale Gauklertruppe ohne Rücksicht auf Verluste Balkan-Beats und Tarantella, Hip-Hop und Gypsy mischt, sich zugleich einer babylonischen Sprachverwirrung hingibt und damit das Publikum völlig um den Verstand bringt, ist eine wilde Party garantiert. So wie jetzt in der Harmonie beim Besuch von La Caravane Passe. Das wahnwitzige Quintett, das anlässlich des „Over the Border“-Festivals in Bonn gastierte, hat sich das französische Sprichwort „Der Hund bellt, die Karawane zieht weiter“ („le chien aboie, la caravane passe“) offenbar zu Herzen genommen: Vom Gebell vermeintlicher Grenzwächter lässt es sich ebenso wenig aufhalten wie von Moralaposteln und Musikpuristen. Mit ihrem Kaleidoskop aus urbanen und folkloristischen Klängen, in dem lediglich das Wort „unmöglich“ unmöglich scheint, sorgen die weltoffenen Franzosen für eine grandiose Stimmung, die ihresgleichen sucht.

mehr lesen 0 Kommentare