Beethovenfest: Mehr als ein Hauch von Schicksal

Es sind wahrlich schicksalshafte Tage für Bonn und seine Kulturszene. Gerade erst hat Kämmerin Margarete Heidler die von der Bezirksregierung seit Jahren geforderten Einsparvorschläge aufgenommen und unter anderem Kürzungen beim Beethovenfest in Aussicht gestellt – und das unmittelbar vor der diesjährigen Eröffnung eines Festivals, das bereits die Weichen für das große Jubiläum 2020 stellen will. Die Politik überschlug sich daraufhin in dem Bemühen, die ungeteilte Unterstützung für die Kultur im Allgemeinen und das Beethovenfest im Besonderen zu betonen, auch beim Auftaktkonzert im World Conference Center Bonn (WCCB), dass das Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Mikko Franck gestaltete.

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Simon & Jan: Klassenfahrt mit Sofa-Band

Der Abend erinnert an eine Wundertüte: Seit nunmehr vier Jahren gehen Simon & Jan, ihres Zeichens tiefenentspanntes Liedermacher-Duo mit zielgenauen Texten, regelmäßig mit ihren Lieblingen auf Tour, mit Kollegen also, die ihre Herzen im Sturm erobert und sich in selbigen dauerhaft eingenistet haben, und doch ist den beiden grundsätzlich nicht klar, was sie erwartet. Party? Ja, vielleicht. „Diese kleine Reihe hat inzwischen schon was von einer Klassenfahrt“, meint Jan im Pantheon – aber wenn, dann von einer sehr gemächlichen.

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Miklós Lukács Trio: Eigenwilliger Jazz-Klang

Die Musik ist flirrend, unbeständig und unvorhersehbar, mitunter brachial und dann wieder meditativ, irgendwo im Spannungsfeld zwischen Progressive Rock, Modern Jazz, Barock und Neuer Musik zu verordnen. Was Zymbalspieler Miklós Lukács mit seinem Trio im Rahmen des Haydn-Festivals im Schloss Augustusburg zum Besten gibt, ist für die Klassikliebhaber ohne Zweifel eine Herausforderung. Eine, die auch nicht dadurch leichter wird, dass sich der eigenwillige Klang des dominanten Hackbretts mit seinen ständig am Rand der Verstimmung schwingenden Saiten durch den Hall des Treppenhauses aufstaut und übereinander schichtet, bis ein differenziertes Hören vor allem in den zahlreichen lauten Passagen kaum noch möglich ist. Man muss sich fallen lassen, sich auf den modernen Jazz ungarischer Prägung einlassen, der das Publikum mitunter zu überrollen droht – dann jedoch ergeben sich einige bemerkenswerte Einsichten und vor allem die Chance, einige Melodien Haydns einmal ganz neu zu erleben.

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Querulantinnen: Glitzerschnaps und viel Gekicher

Wo sind nur die lustigen, emanzipierten Frauen hin, die den Männern mit spitzer Zunge Kontra geben und in die Fußstapfen von Erika Mann oder Lore Lorentz treten wollen? Ja, es gibt sie, vereinzelt, man muss nur zu Christine Prayon, Anny Hartmann oder Lisa Eckart schauen, und auch Carolin Kebekus reiht sich trotz oder mitunter sogar wegen ihrer brachialen Zoten in die Aufzählung jener ein, die auf deutschen Kleinkunstbühnen für Furore sorgen. Doch ist das schon alles? Mitnichten, behauptet Deutschlandfunk-Moderatorin Daniela Mayer, die in ihrer Reihe „Querulantinnen“ Kabarettistinnen und Comediennes vorstellt und 27 von ihnen in einem gleichnamigen Buch zu Wort kommen lässt. Leider ja, müssen dagegen all jene sagen, die am vergangenen Donnerstag im Pantheon die dazugehörige Veranstaltung besuchten. Denn von den fünf Damen, die sich auf der Bühne präsentierten, war lediglich Dagmar Schönleber auf einem durchgehend hohen Niveau. Die anderen hatten mit Glück ein paar gute Momente – und waren im schlimmsten Fall nicht viel mehr als wandelnde Klischees.

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Limp Bizkit: Immer mitten in den Fleischwolf rein

Der Bass dröhnt unter schneidenden Gitarrenklängen, Lichtgewitter flackern über den KunstRasen und das Schlagzeug jagt alles an den Rand des Wahnsinns, während Fred Durst seine Rap-Passagen wie Gewehrsalven in Richtung Publikum abfeuert. Wenn Limp Bizkit auf der Bühne steht, wird es nun einmal brachial, so viel ist klar. Die Nu-Metal-Band aus Florida gestaltet an diesem Dienstagabend den Abschluss der diesjährigen KunstRasen-Saison, ziemlich genau 24 Stunden nach dem Auftritt von Supertramps Roger Hodgson, den das Quintett aus dem VIP-Bereich heraus mitbekommen hat.

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Roger Hodgson und John Illsley: Virtuose Zeitreise

Manche Musik ist einfach unsterblich. Oder zumindest so stark, dass sie einzelne Musiker noch über Jahre hinweg am Leben erhalten kann, auch wenn die ursprünglich erfolgreiche Band schon lange nicht mehr existiert. Auf dem Bonner KunstRasen waren jetzt zwei Künstler zu Gast, die genau davon zehrten: der ehemalige Dire-Straits-Bassist John Illsley sowie der Ex-Supertramp-Frontmann Roger Hodgson, zwei Meister ihres Fachs und doch so unterschiedlich in ihrer Ausstrahlung. Denn während Hodgson das Publikum mit auf eine spannende Zeitreise nahm und den Progressive-Pop-Hymnen auf charmante Art neues Leben einhauchte, blieb Illsley vor allem zu Beginn leider etwas hinter seinen Möglichkeiten zurück und machte erst in der zweiten Konzerthälfte richtig Druck.

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Freundeskreis: Déjà-vu der besonderen Art

Es ist, als wäre es gestern gewesen. So, als hätte es nie eine Pause gegeben, eine Abwesenheit, eine Auszeit. Dennoch ist es bereits drei Jahre her, dass Max Herre zuletzt auf dem KunstRasen zu Gast war; elf Jahre seit der letzten Jubiläumstour des einstigen Hip-Hop-Vorzeige-Kollektivs Freundeskreis; und 21 Jahre seit dem Erfolgsalbum „Die Quadratur des Kreises“. Nun machen Sänger Herre, Produzent Don Philippe und DJ Friction genau da weiter, wo sie einst aufgehört haben und sorgen so für ein Déjà-vu der besonderen Art. Denn auch wenn Max Herre wie eh und je im Rampenlicht steht, machen seine FK-Kollegen doch den Unterschied zwischen der soullastigen Radio KAHEDI Show und der Rap-Retrospektive mit den wuchtigen Bässen, die an diesem Abend aus den Boxen schallt und das Publikum ohne Umwege zurück in die 90er katapultiert.

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Johannes Oerding: Charmanter Liebesbringer

Die Mission ist klar: „Ich gehe hier erst wieder weg, wenn ein bisschen mehr Liebe in der Welt ist“, sagt Johannes Oerding. Was eigentlich schon eine Viertelstunde nach Beginn seines Konzerts auf dem Bonner KunstRasen der Fall ist. Gerade erst hat der Pop-Sänger die rund 2500 Besucher dazu aufgefordert, sich einander vorzustellen und dem Nachbarn doch mal Komplimente zu machen, da liegen sich schon einige Pärchen in den Armen. Pflicht erfüllt. Jetzt kann die Kür kommen. Was für Oerding in erster Linie bedeutet, sein Publikum zu harmonisieren und in einen Wohlfühl-Taumel zu stürzen, der gute anderthalb Stunden anhält. Viel braucht es dafür nicht. Ein bisschen „Oh, ho, ho – oh, ho, ho“ und die Fähigkeit, jedem Fan das Gefühl zu geben, dass die gesungenen Zeilen nur für ihn bestimmt seien. Schon ist die Menge selig. Und Oerding einmal mehr der Liebesbote.

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Green Juice: Geglückte Wiederauferstehung

Sommer, Sonne, guter Rock: Das Green Juice Festival hat auch 2018 wieder Tausende in das Wohngebiet zwischen die Bonner Stadtteile Beuel und Pützchen gelockt und zwei Tage lang Musik der etwas härteren Art präsentiert. Alles lief wie am Schnürchen, besser hätte es kaum laufen können. Für die Organisatoren eine durchaus befriedigende Situation, bleibt so doch die Hoffnung, dass das vergangene Jahr nur eine unangenehme Ausnahme war. Damals hatte pünktlich zur Jubiläumssause anlässlich des zehnten Geburtstags massiver Starkregen dazu geführt, dass der erste Tag des beliebten Bonner Festivals abgesagt beziehungsweise kurzerhand ins Brückenforum verlegt werden musste und ein Flurschaden im sechsstelligen Bereich entstand. Lange stand daher eine Neuauflage auf der Kippe – doch das Team um die Brüder Simon und Julian Reiniger haben nicht aufgegeben und es in diesem Jahr allen gezeigt. Starke Bands, treue Fans und ein optimaler Ablauf haben dafür gesorgt, dass das Green Juice kaum besser hätte laufen können. Die Wiederauferstehung ist somit geglückt. Jetzt muss sie nur noch anhalten.

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Bukahara & Moop Mama: Brass-Party mit Botschaft

Gute Laune bei tragischen Themen? Ja, in gewisser Weise ist das paradox. Wenn zu Liedern über die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer oder dem grassierenden Rechtspopulismus in ganz Europa ausgelassen gefeiert wird, könnte man sich schon fragen, ob das wirklich angemessen ist. Andererseits kann wirklich niemand auf die Idee kommen, dass Bukahara und Moop Mama es mit ihren Aussagen nicht ernst nehmen würden. Das Kölner Neofolk-Quartett und die Münchener Urban-Brass-Band sind einfach Formationen, die Haltung zeigen und ihre Botschaften unters Volk bringen, ohne dabei die moralinsaure Keule zu schwingen. Und das funktioniert. Sogar ausgezeichnet.

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Ralf König: Ein Monster namens Andropause

Schlaff ist er geworden, der Schwarze Stecher. Schlaff und ein bisschen dicklich. Das Batman-Kostüm passt nicht mehr so richtig und zieht auch niemanden mehr an, schon gar nicht den jungen, muskulösen Tiger auf der Karnevalsparty. Irgendwie fühlt Paul sich deswegen alt. Und ungeliebt. Vor allem aber nicht mehr begehrenswert. Und das mit 48. Ist doch noch kein Alter für einen virilen Homosexuellen wie ihn. Zumal der Kopf ja noch willig ist. Nur das Fleisch ist schwach. Der Grund liegt im Fluch der Andropause verborgen, den so genannten Wechseljahren des Mannes, die Paul zusetzen und die er in Ralf Königs aktuellem Buch „Herbst in der Hose“ zunächst verleugnet. Bis er sich schließlich seinen Dämonen stellen muss. Ob er will oder nicht.

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Fanta4: Der Hip Hop von Captain Fantastic

Haltung zeigen oder Spaß haben: So richtig konnten sich die Fantastischen Vier nie entscheiden, welche Inhalte sie mit ihrem altgedienten Hip Hop unters Volk bringen wollten. Auf der einen Seite elegante Verse mit Tiefgang, auf der anderen Gute-Laune-Zeilen. Geht beides. So auch auf dem KunstRasen, wo die Fantas etwa 10.000 Besucher bis in die Ekstase und darüber hinaus wippen lassen. Schon seit Monaten ist das Konzert ausverkauft, es ist wahrscheinlich die erfolgreichste Veranstaltung in den vergangenen sieben Jahren. Und die Fantas sorgen dafür, dass es auch so bleibt. Kaum eine andere deutsche Band versteht sich so gut darauf, die Massen zu begeistern und sie in Bewegung zu versetzen, sie wippen und springen und tanzen zu lassen zu meisterhaft gereimten Texten zwischen Poesie und harmlosen Poser-Sprüchen. Heute ebenso wie vor beinahe 30 Jahren.

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Alanis Morissette: Rückblick eines Energiebündels

Die Leidenschaft ist noch immer ungebremst. Alanis Morissette ist vielleicht nicht mehr so wütend wie noch vor mehr als 20 Jahren, als sie mit ihrem Album „Jagged Little Pill“ ihren Protest in die Welt geschrien hat und damit zu einer wichtigen Stimme einer ganzen Generation wurde, aber ihre Songs kann sie immer noch mit dem gleichen Nachdruck singen wie damals in den 90ern. Auf dem Bonner KunstRasen sprüht die Kanadierin nur so vor Energie, ist ständig in Bewegung, wandert fröhlich von einem Ende der Bühne zum anderen und lässt ihre großen Hits dabei so unverbraucht klingen, dass viele Fans kurzfristig an eine Zeitreise glauben. Gut, die einst lange Mähne ist einer kecken Kurzhaarfrisur gewichen, aber stimmlich ist Alanis Morissette noch immer jener Wildfang mit dem einzigartigen, kraftvollen Organ. Und „Ironic“ funktioniert als augenzwinkernde Hymne an Murphys Gesetz noch immer hervorragend und wird vom Publikum ebenso begeistert mitgesungen wie „Hand In My Pocket“ oder „You Oughta Know“.

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Steven Wilson: Bleibt alles anders

Alles ist im Fluss. Takt, Rhythmus, Stilistik, nichts ist bei Steven Wilson wirklich von Dauer. Die Unbeständigkeit ist sein Markenzeichen, dieser ständige Drang, sich neu zu erfinden und andere Wege zu beschreiten. Auf dem Bonner KunstRasen hat der Meister des Progressive Rock nun ein Konzert gegeben, in dem er sämtliche Aspekte seines künstlerischen Schaffens präsentierte, eine glitzernde Facette nach der anderen, bis dem Publikum angesichts der musikalischen Brillanz ganz ergriffen war. Und zumindest ein kleines bisschen verwirrt. Denn gerade wenn es glaubte, Steven Wilson verstanden und seine Sprache erschlossen zu haben, kam dieser mit neuen Spielereien um die Ecke – und steigerte den Hörgenuss weiter.

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„Andorra“: Hölzernes Rassismus-Drama

Andri ist verzweifelt. Alle sind offenbar gegen ihn, das Flüchtlingskind von „drüben“, den Fremden, den Ausländer: Die Andorraner, bei denen er aufgewachsen ist und die ihn doch stets als Außenseiter wahrgenommen haben, und auch die „Schwarzen“, zu denen einst seine Mutter gehörte und die irgendwann den vermeintlich so friedliebenden, aber gleichzeitig überaus rassistischen Staat Andorra einnehmen. Selbst die Familie scheint den Jungen nicht länger zu unterstützen, ebenso seine große Liebe, seine (Stief-)Schwester Barblin. Nur logisch also, dass Andri verletzt ist und rebelliert. Doch die studentische Schauspieltruppe „Mechthilds Schergen“ gibt dieser Hauptfigur aus Max Frisches berühmtem Drama „Andorra“ in ihrer im Pantheon gezeigten Inszenierung einen anderen Drall: Sie lässt ihn bockig wirken, beleidigt, eingeschnappt wie ein kleines Kind. Was dem Stück mit seiner leider immer noch aktuellen Thematik irgendwie nicht gerecht wird.

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Wincent Weiss: Harmloses Pop-Feuerwerk

Hymnen der Liebe und der Freundschaft schallen über den KunstRasen. Das Leben ist ein Feuerwerk und der Soundtrack dazu der Wohlfühl-Pop von Wincent Weiss. Der 25-jährige Sonnyboy strahlt von der Bühne hinab in die Menge der jubelnden 4000, von denen gefühlt 90 Prozent weiblich und unter 18 sind, singt von großen Gefühlen und dem Gegenteil von Traurigkeit und versucht, selbst die härtesten Herzen zu erweichen. Wincent Weiss, der Retorten-Glücksbärchi des gefälligen Deutsch-Pops. Ein charmanter junger Mann, dem man einfach nicht böse sein kann, selbst nicht für seine Texte. Dafür ist er einfach zu nett. Und zu glatt, ohne Reibungsflächen, ohne Ecken und Kanten. Das Publikum liebt ihn gerade dafür – und feiert Weiss in der Gronau mit Jubelstürmen.

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Jazzchor der Uni Bonn: Swing-Hühner im Liebesrausch

In der Aula der Universität Bonn proben die Tiere den Aufstand. Genauer gesagt die Hühner, die mit rhythmisch swingendem Gegacker ihrem Bauern die Stirn bieten und um etwas mehr Ruhe und Frieden bitten. Klingt absurd, ist aber ein herrlich musikalischer Spaß, bei dem sich der Jazzchor der Uni Bonn erfreulicherweise nicht ganz so ernst nimmt. Und fröhlich das indignierte Federvieh mimt. Das Vokalensemble, das zum ersten seiner insgesamt drei Semesterabschlusskonzerte eingeladen hat, ist bestens gelaunt, singt sich immer mehr frei und kommt dadurch immer mehr in jenen Modus, der für Jazz unabdingbar sein sollte – und der eben nicht selbstverständlich ist.

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Dennerlein & Strassmayer: Orgelklänge unter freiem Himmel

Es ist ein besonderer Abend für Barbara Dennerlein. Einer, der nicht alltäglich ist. Draußen spielen zu können, in der Natur und im Duett mit zwitschernden Vögeln, ist für die Königin der Hammondorgel keine Selbstverständlichkeit, dafür ist ihr Instrument schlichtweg zu unhandlich. Und wenn dann noch das Wetter mitspielt und zudem die Bühne in einer malerischen Kulisse wie der Klosterruine Heisterbach steht, bekommt selbst die welterfahrene Jazz-Musikerin eine Gänsehaut. Kein Wunder also, dass Dennerlein bestens gelaunt ist, während sie ihren Teil des Benefiz-Doppelkonzerts „From Jazz with Love“ für den Bunten Kreis Rheinland spielt. „Ich liebe es hier“, sagt sie und haut in die Tasten, dass es eine Freude ist. Ihre B3 surrt und schnurrt, jault und singt, die gesamte Bandbreite der Manuale auslotend und immer wieder neue Farben in die laue Sommerluft entlassend.

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„Fashion“: Der Stoff, aus dem Träume sind

Die schöne Welt der Mode ist letztlich nur eine Illusion. Prêt-à-porter ist per se immer auch eine Überzeichnung der Wirklichkeit, zeigt im Licht des Artifiziellen das, was sein könnte, aber für den Alltag schlichtweg ungeeignet ist. Dieses Konzept hat sich nun auch das GOP Bonn zu eigen gemacht: Das Varietétheater kreiert mit seiner aktuellen Show „Fashion“ phantastische Bilder, zeigt atemberaubende Akrobatik und extravagante Kostüme, überflutet das Publikum geradezu mit optischen Reizen und verharrt doch stets in der Künstlichkeit. So verharrt das Publikum bei allem Staunen doch an der Oberfläche, taucht nicht ein in eine poetische, magische Welt, sondern bleibt distanzierter Beobachter einer auf Optik getrimmten Show. Was vielleicht sogar das Ziel des Ganzen ist.

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Mnozil Brass: Ein Zirkus voller Blech

Ein bisschen verrückt sind Mnozil Brass ja schon. Na gut, mehr als nur ein bisschen. Das Blas-Septett mit der Clown-Attitüde könnte man auch als völlig irre bezeichnen und läge damit noch nicht einmal falsch. Aber gerade das macht ja auch den Zauber der Band aus, die jetzt das Ende der aktuellen „Quatsch keine Oper“-Spielzeit mit einem herrlich schrägen Abend krönt, an dem Genie und Wahnsinn Hand in Hand über die Bühne schreiten. „Cirque“ hat das österreichische Ensemble ihr aktuelles Programm betitelt, und einen Zirkus bieten sie auch, samt Zauberer, dummem August, traurigem Pierrot und bissigem Tuba-Tiger. Ein Festival der Absurditäten, in dem die Chaotentruppe pantomimisch und musikalisch alle Register zieht und die ausverkaufte Oper immer wieder in kollektive Lachanfälle stürzt.

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