Robert Forster: Glimmendes Inferno

Sonderlich enthusiastisch wirkt Robert Forster nicht. Dabei hat der Australier, der Ende der 70er zusammen mit Grant McLennan die von Kritikern umjubelten Go-Betweens gründete, gerade erst ein neues Album veröffentlicht, und das sollte dem Titel zufolge heiß sein. „Inferno“, na dann. Aber zumindest in der gut gefüllten Harmonie brennt Forster lange Zeit eher auf Sparflamme, so als ob ihn die metaphorische Hitze träge machen würde. Vielleicht liegt es zumindest zum Teil daran, dass der 61-Jährige ohnehin einen eher lakonischen Stil pflegt und kein exaltierter, sondern eher ein introvertierter Künstler ist, dessen mitunter pathetischer Gestus nur eine selbst auferlegte Maske bildet. Dennoch fehlt dem Auftritt Feuer – das bricht sich erst am Ende Bahn.

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Tahnee: Sex sells

Die selbsternannte „Hengstin“ hat es schon schwer. Jedes Mal, wenn sich Tahnee auf der Bühne zu ihrer Homosexualität bekennt, geht im Publikum das Kopfkino los: Männer stellen sich – heimlich lustvoll stöhnend – einen wilden Dreier vor, während Frauen die zuvor an den Tag gelegten „Bitch-Blicke“ einstellen, weil sie ihre Männer nicht länger vor den Verlockungen der attraktiven rothaarigen Comedienne beschützen müssen, und stattdessen verwirrt fragen, ob sie selbst jetzt auf einmal zu Lustobjekten werden. Und wenn nicht, warum.

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„Bang Bang“: Bilder zwischen Chaos und Zärtlichkeit

Das Leben eines Fotografen besteht aus Momentaufnahmen. Blitz. Ein paar Mädels am Strand. Blitz. Ein Tennis-Ass. Blitz. Ein eitler Geck. Blitz. Blitz. Blitz. Doch letztlich nimmt der arme Paparazzo nicht teil am Geschehen, steht immer außerhalb, ist eine Randfigur, ein Chronist im Dienste der anderen, die sich selbst ins rechte Licht setzen wollen und dabei der Ästhetik des Absurden ebenso frönen wie der des Schönen. Blitz Blitz vom „Bang Bang“. Unter diesem Titel hat das Bonner Varietétheater GOP nun eine neue Show auf die Bühne gebracht, die schräg ist und zugleich gefühlvoll, grotesk und romantisch, voller Clowns und Traumtänzer – und eben jenem einem melancholischen Fotografen auf der Suche nach ein bisschen Glück.

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Olli Schulz: Ein bisschen Hurz muss sein

In seiner Karriere als Entertainer hat Olli Schulz schon so einiges mitmachen müssen, bei Jan Böhmermann ebenso wie bei Circus Halligalli. Das scheint Spuren hinterlassen zu haben. Nur so lässt sich auf jeden Fall das Video erklären, dass TV-Koch Tim Mälzer und viele andere Besucher der Bonner Oper jetzt hochgeladen haben: Da springt Schulz wild umher, keift irgendetwas vom kleinen Mann, gackert und jault, während hinter ihm ein halbnackter Pianist ein völlig verstimmtes Instrument malträtiert. Angesichts dieser Peinlichkeit sind die Buh-Rufe aus dem Publikum nicht weiter überraschend. Am Tag danach stürzen sich die ersten Medien denn auch mit Wonne auf diese Szene, nehmen ungefiltert und unkritisch das avantgardistische Debakel – und spielen Olli Schulz damit nur in die Hände. Denn natürlich verbirgt sich hinter der vermeintlichen Eskapade des 45-Jährigen mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Doch das erfährt man nur, wenn man live vor Ort ist. Und mal zuhört.

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Rainer Böhm Trio: Ausflüge in die Unwirklichkeit

Offiziell steht dieser Abend ganz im Zeichen des „Great American Songbooks.“ Standards will Rainer Böhm im Rahmen der Reihe „Jazz in Concert“ im Bonner Pantheon interpretieren, Evergreens berühmter Musical-Komponisten aus dem Goldenen Zeitalter des Jazz. Stücke, die man vielleicht sogar mitsummen könnte. Zumindest manchmal. Doch dazu kommt es nicht. Denn obwohl der 41-jährige Pianist mit seinem Trio überaus virtuos spielt, sind die Klassiker aus der Feder von Cole Porter oder Harold Arlen als solche kaum erkennbar, sind nicht mehr als ein gedankliches Filament, ein letzter Anker für ein in der Stratosphäre stattfindendes musikalisches Gespräch der besonderen Art.

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„Die Nase“: Ein Zinken auf Abwegen

Eine ausgeprägte Nase hat so seine Tücken: Cyrano de Bergerac wurde nicht zuletzt dank seines Riechorgans als literarische Figur unsterblich, Kleopatra für die ihre bewundert und Nikolai Gogol für seine verspottet. Ob letzterer allerdings so ganz ohne dieses Körperteil glücklich geworden wäre, sei dahingestellt: Immerhin hat der Schriftsteller während seiner Zeit in Sankt Petersburg unter anderem eine groteske Erzählung verfasst, in der die titelgebende Nase des Kollegienassessors Kovalev eines Tages ganz eigene Wege geht, sich abkoppelt von ihrem Menschen und als Staatsrat durch die Stadt spaziert. Ein Akt, der den derart verlassenen und verunstalteten Beamten zutiefst verstört. Nun hat Regisseur Frederik Werth diesen Stoff auf die Werkstattbühne des Theater Bonn gebracht – und ein irritierendes, aber auch durchaus amüsantes Zwei-Personen-Stück geschaffen.

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Monsters of Liedermaching: Anarcho-Witz und Punk-Ideen

Am Anfang erst mal Sitzpogo. Klar, muss ja. Zu einem Konzert der Monsters of Liedermaching gehört dieser Tanz eben dazu, der die Hemmungslosigkeit des Punk und die Gemütlichkeit des Singer-Songwritertums so unprätentiös vereint. Klingt irre, ist es auch. Aber immerhin wird so von der ersten Sekunde an klar, was das Publikum im Pantheon an diesem Abend erwarten kann: Klassiker aus inzwischen 16 Jahren Bandgeschichte ebenso wie neues Material von den sechs Mitgliedern des Anarcho-Kollektivs, angefüllt mit sehr viel biergetränktem Blödsinn und pubertärem Pennälerhumor, mit dem man feiern kann, ohne allzu viel nachzudenken. Dabei können die Monsters mehr. Zumindest einige von ihnen.

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Wille and the Bandits: Hypnotischer Voodoo-Rock

Dem Ruf des Rock kann sich keiner entziehen. Zumindest nicht auf Dauer, vor allem wenn die Richtigen spielen. So wie jetzt in der Harmonie. Wenn die Trommeln den Geist des Grooves beschwören, der Bass dumpf vibriert und die Gitarre jault wie ein Voodoo-Priester im Taumel der Ekstase, wenn das Publikum unweigerlich in eine Art Trance gerät und ein Trio aus Cornwall feiert, das mit hypnotischen Songs irgendwo zwischen sumpfigem Südstaaten-Bluesrock und krachendem Hardrock für Aufsehen sorgt, wenn all das zusammenkommt, dann ist das musikalische Ritual ein voller Erfolg. Kein Wunder bei gleich drei exzellenten Zeremonienmeistern in Form von Wille and the Bandits, die zum wiederholten Male zeigen, dass sie mehr sein sollten als nur ein Geheimtipp. Nämlich Hohepriester.

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Blind Audition: Licht aus, Ohren auf

Augen zu, Ohren auf und einfach genießen: So lautet die Prämisse der „Blind Audition“, die nun erstmals im Bonner Pantheon stattgefunden hat. Das Format, das in Köln bereits seit Jahren große Erfolge feiert und nun erstmals die Domstadt verlassen hat, blendet das Visuelle ganz bewusst aus, gestattet keine große Performance oder Bühnen-Show, mit der viele Pop-Stars meisterhaft zu blenden verstehen. Was zählt, ist die Stimme. Und sonst nichts. Wie auch? Immerhin findet das Konzert mit vier dem Publikum unbekannten Sängern in völliger Dunkelheit statt. Zu sehen gibt es also nichts, zu hören dafür um so mehr. Und das lohnt sich. Sehr sogar.

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„Amok“: Der Tod lauert hinter jeder Ecke

Es war ein Experiment: In der Form, in der Besetzung, aber auch in der Wahl des Termins. Ein Live-Hörspiel mit 14 Akteuren, ein Stück über einen Amoklauf – und das an Gründonnerstag. Die Pauluskirche hat sich auf genau dieses Wagnis eingelassen. Pfarrer Dr. Jochen Flebbe von der Evangelischen Thomasgemeinde hatte den Autor Michael Nolden eingeladen, das von ihm geschriebene „Amok“ zusammen mit Schauspielern und Sprechern aus Bonn und der Region in einer aktualisierten Fassung zu realisieren und damit anzuknüpfen an eine Predigt über das Verhältnis von Leben und Tod, die mit Blick auf Karfreitag nicht von ungefähr kommt. „Die Möglichkeiten des Theaters können in der Kirche noch einmal Antworten aus einer anderen und weiteren Perspektive über Predigt und Liturgie hinaus geben, in ihrer besonderen Ästhetik Herz und Sinne berühren und zeigen, dass es durchaus ein Leben gibt, das man dem Tod entgegensetzen kann“, so Flebbe.

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Paul Panzer: Glücksritter mit Wuteule

Dem Glück jagt jeder hinterher. Selbst Paul Panzer. Oder vielmehr: gerade Paul Panzer. Immerhin hat es der Comedian nicht leicht. Ja, Erfolg hat er, aber eben auch eine Frau mit einer tief empfundenen Begierde nach „Tschibbo“-Produkten und zwei feierwütigen Teenager-Kindern mit dem Intellekt von lobotomierten Chihuahuas. Dabei soll doch gerade die Familie glücklich machen. Nur wie? Da muss Panzer ganz schön in sich gehen. Und auf der Bühne der Oper Bonn sein Leid klagen wie ein Heldentenor von der traurigen Gestalt. Was verdammt lustig ist. Und ihn zugleich sympathischer und dreidimensionaler macht als all seine vorhergehenden Programme zusammen.

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Gilbert O'Sullivan: Melodien mit Weichzeichner

Die Zeit hat Gilbert O'Sullivan nichts anhaben können. Na ja, zumindest nicht viel. Ein paar Falten sind hinzugekommen, zugegeben, aber der Wuschelkopf des irischen Barden ist noch genau so voluminös wie damals in den 70ern, als er vorübergehend auf Augenhöhe mit Elton John und Cat Stevens spielte und mit weichen Balladen und zartem Schmelz die Charts stürmte. Auch die Stimme klingt wie eh und je, ein ätherisch-lyrischer Tenor ohne Ecken und Kanten, ein Traumtänzer-Organ, das noch immer über eine tänzerische Leichtigkeit verfügt. Im Kern hat sich somit nichts verändert, zumal O'Sullivan sich treu geblieben ist und jegliche Mode-Erscheinung ignorierte. Auch heute klingen seine Songs noch wie vor 50 Jahren. Nun hat das Singer-Songwriter-Urgestein im Beueler Brückenforum anlässlich seines Bühnenjubiläums die großen Hits und die kleinen Preziosen Revue passieren lassen und so ganz nebenbei auch noch neues Material präsentiert.

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Big Daddy Wilson: Brüder im Blues

Big Daddy Wilson ist schon eine besondere Erscheinung. Schwarzer Anzug, Hut, Sonnenbrille – eine feinere, gediegenere Version von James und Elwood Blues, ein Gentleman des Soul, ein nur zu gern gesehener und gehörter Anachronismus mit einer herausragenden Stimme und mehr Gefühl auf der Zungenspitze als viele andere Sänger im gesamten Körper. In der Harmonie war Wilson schon mehrfach zu Gast, jetzt ist er im Rahmen seiner „Deep in my Soul“-Tour erneut in Bonn, mühelos einen Zwölftakter nach dem nächsten veredelnd. Und das nicht allein. Denn gerade gegen Ende des Konzerts zeigt seine Band, dass sie mehr ist als nur ein Fundament für den 59-Jährigen. Viel mehr.

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Jan Philipp Zymny: Quatschkopf mit Mission

Errare ergo sum: Ich irre, also bin ich. Unter dieser Prämisse könnte das Menschenbild des Jan Philipp Zymny in etwa zusammengefasst werden. Denn sonderlich treffsicher ist der Homo Sapiens im Laufe seiner Entwicklung beim Erkenntnisgewinn nicht gewesen, erst recht nicht logisch oder effizient, sondern vielmehr kompliziert, komplex, zu Übertreibungen und Verallgemeinerungen neigend und mit einem Hang zu verwirrenden Geschichten ausgestattet. Akzeptiert man diese Charakterisierung, ist Jan Philipp Zymny gewissermaßen der Idealmensch. Wer könnte also besser das Wesen seiner Art ergründen als der zweimalige deutsche Poetry-Slam-Meister? In seinem neuen Programm „How to Human“ versucht er, die Eigenheiten dieser seltsamen Wesen zu verstehen, die sich selbst als Herrscher des Planeten sehen und doch letztlich noch nicht einmal die eigene Natur im Griff haben. Stichwort Sex. Und Krieg. Und Sehnsucht nach einer Rückkehr des Domino Days.

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International Acoustic Guitar Festival: Flinke Finger

Akkorde schrammeln? Kann jeder. Die wahre Kunst der Gitarre beginnt erst danach. Schnelle, virtuose Läufe, Pickings und Tappings erfordern ein ganz anderes technisches Niveau und bringen auch erfahrene Musiker mitunter an ihre Grenzen. Beim International Modern-Acoustic Guitar-Festival in der Harmonie haben nun vier Saiten-Spezialisten aus Deutschland, den USA und aus Kanada gezeigt, was sie alles können. Und was nicht.

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Onkel Fisch: Der Wahnsinn steckt im Detail

Europa hat es derzeit schwer. Als Kontinent ohne Kontur und Staatenkollektiv ohne gemeinsame Identität muss sich der Kontinent mit Druck von allen Seiten auseinandersetzen. Im Westen Trump, der Teufel mit den drei goldenen Haaren, im Osten das Kreml-Monster Wladimir, und dahinter auch noch der chinesische Drache – da kann einem schon mal Angst und bange werden. So sehen es zumindest Onkel Fisch, die in ihrem Programm „Europa – und wenn ja, wie viele?“ hinter die Kulissen einer oftmals ungeliebten Union blicken und dort die eigentlichen Schuldigen entdecken. Allen voran: Deutschland. Und die Finanz-Mafia. Was mitunter ein und das selbe ist.

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Jens Heinrich Claassen: Suhlen in der Einsamkeit

Eigentlich ist er doch ein ganz Lieber, der Jens Heinrich. Ein freundlicher, gemütlicher Kumpeltyp für alle Lebenslagen, sensibel und aus Angst vor Vereinsamung zu allem bereit. Eben einer, mit dem man Pferde stehlen kann – und notfalls auch einer, den man ohne zu zögern zurücklässt, wenn es brenzlig wird. Zumindest stellt sich Jens Heinrich Claassen bei seinem schwach besuchten Solo-Programm im Haus der Springmaus so dar. „Ich komm schon klar“, sagt er, nachdem seine Freundin ihn sitzen gelassen hat. Schließlich ist er Komiker. Und so versucht er, aus der Not eine Tugend zu machen und lässt sich auf der Bühne über seine unglückliche Situation aus. Abgeklärt will er dabei wirken, so als wäre alles in Ordnung. Doch immer wieder kommt er auf das selbe leidige Thema zu sprechen. Und das ist auf Dauer leider ein bisschen eintönig.

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„Over the Border“: Orientalischer Rock-Engel

Die schweren Schwingen flirren im Scheinwerferlicht. Immer wieder transformiert Gaye Su Akyol ihren Kunststoff-Mantel zu ihren Flügeln, mit denen sie mitunter ein wenig an einen Engel erinnert und die doch nur ein Symbol für den Freiheitsdrang der jungen Türkin sein dürften. Grenzen in der Kunst überfliegt die 33-Jährige einfach, und das in beide Richtungen: Nach Westen, um den Grunge von Nirvana ebenso zu rezipieren wie die Chansons von Edith Piaf, und nach Osten, um die anatolische Rockmusik der 60er und 70er Jahre wiederzubeleben und zu revolutionieren. In der Harmonie hat Gaye Su Akyol nun mit einem phänomenalen Auftritt für ein starkes Finale des „Over the Border“-Weltmusikfestivals gesorgt, hat Metaphern und surrealistische Bilder in faszinierende Töne verwandelt und dabei zugleich die politische Situation in ihrer Heimat kommentiert.

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„Over the Border“: Party ohne Grenzen

Die Stilfrage stellt man an diesem ganz besonderen Abend in der Harmonie besser nicht. Wozu auch? Eine Antwort entfällt, werden doch Genres und musikalische Grenzen im Rahmen des „Over the Border“-Festivals ohnehin konsequent aufgelöst. Dafür ist es schließlich da. Doch nur wenige Formationen der vergangenen zwei Wochen setzen diesen Ansatz so radikal um wie Rasga Rasga und Sidi Wacho, die am vorletzten Tag des Festivals gemeinsam aufdrehen und den Endenicher Club in ein Tollhaus verwandeln. Ska trifft Gypsy trifft Balkan trifft Latin trifft Pop. Eine Einordnung? Ist unmöglich, das Chaos vielmehr Programm. Doch das macht zumindest großen Spaß. Und trifft beim Publikum mitten ins Schwarze.

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Marialy Pacheco & Omar Sosa: Groovender Dialog

Finger flirren über Tasten, erschaffen fliegende Töne, miteinander wetteifernde Phrasen, sich umschlingende Melodien. Musik, die tanzt. Was könnte man auch anderes erwarten, wenn sich zwei derart herausragende Pianisten kubanischer Herkunft wie Marialy Pacheco und Omar Sosa begegnen? Sie eine der aufregendsten Vertreterinnen ihrer Zunft, die erste Gewinnerin der Piano Solo Competition des Montreux Jazz Festivals und eine Künstlerin, die sich ständig neuen Herausforderungen stellt; er einer ihrer Helden, ein virtuoser Wahnsinniger im positiven Sinne, der mühelos zwischen Rythmen und Stilen wechselt und es dennoch schafft, nie abzudriften. 2017 haben die beiden bereits auf Pachecos Album „Duets“ miteinander gearbeitet – beim Finale der „Aspekte“-Reihe im Kammermusiksaal des Beethovenhauses führen sie dies nun aus und treten in einen Dialog ein, der schöner kaum sein könnte.

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Prix Pantheon 2019: Im Reich der Doofen und Denker

Der eine rechnete mit Qinoa-Samen ab, der nächste mit dem europäischen Terror, dazu gesellten sich Tinder-Pointen, Stalker-Liebeslieder und ein eher peinlicher Regelsong: Das Finale des Prix Pantheon hat sich in diesem Jahr wieder als überaus bunt und abwechslungsreich erwiesen, als hart umkämpfter und aufmerksam verfolgter Wettbewerb, bei dem eine Fachjury ebenso viel zu sagen hat wie das Publikum. Kurzum ein ideales Sprungbrett für Singer-Songwriter und Poetry-Slammer, Stand-Up-Comedians und Kabarettisten, die so richtig durchstarten wollen. Zum 25. Mal hat das Bonner Pantheon in Zusammenarbeit mit dem WDR den legendären deutschen Satire- und Kleinkunstpreis verliehen, hat junge Talente gefördert und alte geehrt. Und auch wenn das Jubiläum an sich leider nicht in angemessener Art und Weise gefeiert wurde, konnte sich die knapp dreistündige Gala doch sehen lassen, nicht zuletzt dank einiger überzeugender Finalisten – und eines würdigen Ehrenpreisträgers.

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„Over the Border“: Fusion folgt auf Inklusion

Manchmal braucht es einfach einen anderen Blickwinkel, um ein Stück angemessen spielen zu können. Oder besondere Menschen. Am besten beides. Quadro Nuevo haben diese Erfahrung bereits mehr als einmal gemacht, insbesondere bei der Arbeit mit der Fürther Inklusionsband Vollgas, mit der sich auf einmal ein ganz neuer Klangkosmos für das berühmte Weltmusik-Quartett eröffnet. Etwa bei Astor Piazolla. „Wir von Quadro Nuevo haben schon mehrfach versucht, den 'Libertango' richtig hinzubekommen, es aber nie geschafft“, gesteht Saxofonist Mulo Francel bei dem ersten von insgesamt zwei Konzerten, das sein Ensemble und Vollgas im Rahmen von „Over the Border“ in der Harmonie spielen. „Mit den tollen Musikern hier auf der Bühne gelingt uns die Komposition dagegen mühelos.“

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