Das ist neu

16. März 2020: Das Corona-Virus hat die ganze Welt in ein künstliches Koma fallen lassen. Alles steht still – nicht zuletzt die Kultur, dieser treue Herzschlag der Zivilisation. Musik und Theater haben selbst in dunkelsten Zeiten immer für Lichtblicke gesorgt, haben Menschen vereint und ihnen Hoffnung gegeben. Jetzt fehlt all das, und wir können alle nur hoffen, dass sich die Lage bald wieder ändert, damit der Puls unserer Gesellschaft wieder überall spürbar sein kann. Bis dahin müssen wir zusammenhalten, müssen auf uns acht geben und trotz der uns auferlegten Isolation Solidarität zeigen. Solidarität mit anderen Nationen, Solidarität mit den Alten und Schwachen – und Solidarität mit Künstlern und Veranstaltern, Theatern und Technikern und all den anderen Menschen, die jetzt in ihrer Existenz bedroht sind. Ohne sie würde unsere Welt farblos sein. Wer gerade jetzt inmitten der Krise Tickets nicht zurückgibt, Bücher und CDs kauft statt auf Streaming-Dienste zurückzugreifen oder bereits jetzt Gutscheine für kommende Programme erwirbt, hilft damit, die Kultur in all ihren Facetten zu erhalten.

Hier jetzt die vorerst letzten Artikel: Dennis aus Hürth kalauert sich durch die Oper, Danko Rabrenovic mimt mal wieder den Balkanizer, Till Reiners kommt ohne differenzierte Aussagen aus und Claus von Wagner brilliert mit seiner Theorie der feinen Menschen. „König Lear“ mutiert im Schauspiel Bonn zur Groteske, das GOP wird von fantastischen Freaks übernommen, Lloyd Cole reduziert sich auf reinen Folk, und am Crossroads-Festival des WDR Rockpalasts kann man die rasante Entwicklung der Corona-Krise verfolgen.

 

24. Februar 2020: Die Blues Caravan hat in ihrer neuesten Inkarnation erneut Halt in Bonn gemacht und Ryan Perry, Whitney Shay sowie Jeremiah Johnson auf den Zwölftakter losgelassen. Darauf versteht sich auch Erja Lyytinen, während Pasquale Aleardi mit seinen Phonauten lieber Anti-Depressionsmusik spielt und die Frontm3n vor allem die Hits von The Sweet, The Hollies und 10cc. Wigald Boning lädt zu einem Dia-Vortrag über seine sportlichen Erfolge ein, Piet Klocke spielt einmal mehr KEIN neues Programm (trotz gegenteiliger Ankündigung), Lisa Eckhart vermisst das Laster und Torsten Sträter prokrastiniert mit seinem Sohn. Außerdem widmen sich Matthias Brandt und Jens Thomas in gewohnt herausragender Art und Weise der Krankenakte von Robert Schumann, und das Ensemble des Theater Bonn – in einer kraftvoll-modernen Inszenierung – Schillers "Räubern".