Das ist neu

6. September 2020: Ja, es passiert wieder was in Bonn, es findet wieder Kultur statt. Allerdings nur vorsichtig. Hier kommt jetzt noch einmal ein Nachschlag: Im Kulturgarten in der Rheinaue haben unter anderem Bukahara, Mia Julia, Culcha Candela und Nena für Stimmung gesorgt und dabei ganz unterschiedliche Partys gefeiert, jeder auf seine Weise; Dieter Nuhr hat an der selben Stelle für weniger Aufgeregtheit plädiert, während Vince Ebert im Haus der Springmaus die Wissenschaft wieder groß machen will ("Make Science Great Again"). Im GOP kaspert derweil Beethoven durch sein verschollenes Werk, im Pantheon hat Frank Goosen seine Erinnerungen an die Beatles geteilt, und im Brückenforum durfte Kabarettistin Lisa Eckhart – im Gegensatz zum Hamburger Harbour Front Literaturfestival – tatsächlich aus ihrem Debütroman „Omama“ lesen.

 

20. Juli 2020: Vier Monate Stillstand. Vier Monate so gut wie keine Kultur, kein Theater, keine Konzerte, kein Tanz. Und auch jetzt ist die Krise noch längst nicht überstanden, ist der Corona-Virus noch immer präsent und wird es auch mit Sicherheit noch für einige Zeit bleiben. Dennoch gibt es erste Silberstreifen am Horizont: Zumindest in Deutschland werden nach und nach die Regelungen gelockert, so dass tatsächlich wieder das vein oder andere stattfinden kann. In der Bonner Rheinaue hat zum Beispiel mit dem Kulturgarten die derzeit größte behördlich zugelassene Open-Air-Bühne eröffnet, auf der Brings zum Auftakt ein bewegendes Konzert vor 1300 Menschen gespielt hat. Auch die DJs und Rapper von Green Berlin waren schon am Start und genossen es, der Menge wieder direkt in die Augen sehen zu können. Das war bei den Autokonzerten und dem Autotheater noch nicht möglich – und während Heino oder auch Konrad Beikircher mit dieser Einschränkung gut zurecht kamen, verzweifelten Fatih Cevikkollu, Ingo Appelt sowie die beiden Liedermacher Falk und Jakob Heymann am fehlenden Kontakt zum Publikum. Den braucht man nun einmal. In der Rheinaue ist dies möglich, so wie auch bei den Konzerten "Musik unter der Zeder" am Kleinen Theater Bad Godesberg, wo Marcus Schinkel und Joscho Stephan bereits ihre umjubelten Gypsy-Jazz-Versionen von Beethoven- oder Debussy-Kompositionen zum Besten gaben.