Das ist neu

22. Dezember 2021: Deutschland steuert wieder auf den nächsten Lockdown zu, weil gewisse Menschen aus den vergangenen zwei Jahren offenbar nichts gelernt haben. Ach ja, und wegen der Virenvariante Omicron, zu deren Gefährlichkeit Wissenschaftler bislang noch nichts sagen können, es aber trotzdem tun. Wie auch immer: Obwohl der vergangene Monat für Veranstalter nicht einfach war, haben sie es doch mit viel Herzblut geschafft, einige spannende Konzerte zu realisieren. Herausragend war der Auftritt des schwedischen Barbershop-Quartetts Ringmasters, das die Springmaus in die Lutherkirche eingeladen hat; aber auch Big Daddy Wilson war in der Harmonie mal wieder eine Wucht. BonnVoice gaben derweil ihr traditionelles Weihnachtskonzert im Pantheon, Makeda bezauberte in Malentes Theaterpalast, und die sechs verbleibenden Bands des Nachwuchswettbewerbs Toys2Masters kämpften im Brückenforum um die Krone. Außerdem kümmerte sich Martin Zingsheim um den Gender Gap, Lydia Benecke um die Psychopathen unter uns und Petra Kalkutschke zusammen mit Martin Bross um die satirische Seite von Weihnachten. Außerdem hat mit der Grizzly Jazz Foundation eine neue Förderstiftung ihre Arbeit aufgenommen und das erste Stipendium an die Sängerin Alma Naidu vergeben.

 

22. November 2021: Während die Corona-Werte wieder dramatisch steigen, haben die vergangenen Wochen in den Bonner Theatern und Clubs doch exemplarisch gezeigt, wie ein verantwortungsbewusstes Hygienekonzept sowie Spaß an und auf Veranstaltungen Hand in Hand gehen können. Ob nun der zweitägige Prix Pantheon (Vorrunde + Finale), die magische GOP-Show "Zauberhaft", das Jazzfest-Doppelkonzert mit Roger Hanschel und dem Auryn Quartett sowie mit Silje Nergaard oder der Hardrock-Abend mit Thundermother in der Harmonie, immer war die Stimmung fantastisch, nicht zuletzt weil die 3G-Nachweise konsequent kontrolliert wurden und weil sich das Publikum tadellos verhielt. Wenn das doch nur alle tun würden. Wie auch immer, neben den bereits genannten Aufführungen und Konzerten hat der November noch mehr zu bieten gehabt: Im Schauspielhaus zog Volker Lösch mit "Angst" Parallelen zwischen der Querdenker-Bewegung und der Hexenverfolgung, während in der Oper türkischstämmige Musiker aus drei Generationen ihre "Deutschlandlieder" vorstellten; im Beethovenhaus fand das erste von hoffentlich noch vielen "Leinwandkonzerten" statt, in der Harmonie rockten Terry Hoax, im Haus der Springmaus tobten Wildes Holz, und im Pantheon bewies Christine Prayon in einem der stärksten Kabarettprogramme seit Jahren eindrucksvoll, das diese Kunstform noch lange nicht tot ist, sondern im Gegenteil mehr denn je zu sagen hat – zumindest, wenn sie die richtige Form findet.

 

31. Oktober 2021: Das "Over the Border"-Festival ist vorbei, hat zuvor aber unter anderem mit einem Konzert von Noemi Waysfeld seine Qualität und auch seine Relevanz gezeigt. Beim Jazzfest trafen derweil das Bundesjazzorchester und Klaus Doldingers "Passport" aufeinander, in der Harmonie begeisterte die französische Progressive-Rock-Band Lazuli, im Haus der Springmaus setzte sich Werner Koczwara mit der Beziehung zwischen Hirn und Humor auseinander, und in der Oper zeigt sich Rainald Grebe bei seinem Münchhausen-Konzert melancholisch. Ein optischer unds musikalischer Höhepunkt war ohne Frage die Burlesque-Show "Glanz auf dem Vulkan", die mehr als nur reine Unterhaltung war, während mit "Almanya Türküleri" ein überaus spannendes Projekt über die Musik türkischer Gastarbeiter erst noch bevorsteht.