Das ist neu

10.10.2017: Die Konzert-Herbstsaison ist in vollem Gange und alles ist im Wandel. Das Beethovenfest ist vorbei und hat am letzten Tag nochHarfenistin Ulla van Daelen sowie die Bamberger Symphoniker nach Bonn geholt. Dafür hat die Zeit des Rocks, des Blues und der Weltmusik geschlagen: John Lee Hooker Jr kommt, auch wenn das nach einem Klischee klingt, ganz nach seinem Papa, Axel Prahl hat Lust auf Mehr und die Local Ambassadors kämpfen zusammen mit einige hochkarätigen Gästen gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Im Brückenforum scheitern die New World Players mit ihrem Final-Fantasy-Programm an der Akustik, während Katie Freudenschuss im Pantheon nach ihrem Hollywood-Moment sucht. A propos Pantheon: In dem Kleinkunsttempel, der neulich seinen 30. Geburtstag feiern konnte (Noch einmal nachträglich Herzlichen Glückwunsch!), hat übrigens zuletzt Henning Schmidtke einen Kurs in Egoismus gegeben, während Piet Klocke in seiner gewohnt schusseligen Art einmal mehr von allem und nichts geredet hat. Das aber ausgiebig.

 

27.9.2017: Ben Becker als Judas – das ist ein Erlebnis sondergleichen. Meisterhaft gespielt und intelligent argumentiert setzt der Monolog Maßstäbe. Doch auch ansonsten war in Bonn wieder einiges los. Wildes Holz geben sich in der Springmaus erfrischend ungehobelt, die Vorleser im Pantheon mitunter herrlich bissig und die Wasserfuhr-Brüder in der Post Tower Lounge überaus spielfreudig. Außerdem sprach Max Mutzke mit Tierfilmer Andreas Kieling zwischen ein paar Musikbeiträgen über springende Krokodile und unbeholfene Elefantenbabys, während Lydia Benecke im Pantheon Psychopathinnen analysierte.

 

18.9.2017: Der Wahnsinn hat Methode - zumindest in manchen Inszenierungen. So lässt das Contra-Kreis-Theater in „Amadeus“ den jungen Mozart wie einen wilden Bock herumspringen, während beim „Don Quijote“ in der Werkstatt Menschen zu Riesen, Pferden oder Schafen mutieren. Und im GOP versucht sich ein Komiker als „Der große Coperlin“ – mit Erfolg. Außerdem liest Nicolai Friedrich mal wieder Gedanken, während Antoine Boyer & Samuelito mit ihren Gitarrenklängen zwischen Flamenco und Gypsy das Publikum um den Verstand bringt. Dazu gesellt sich in der Harmonie noch Ramón Valle mit einem überragenden Konzert.