Das ist neu

22. November 2021: Während die Corona-Werte wieder dramatisch steigen, haben die vergangenen Wochen in den Bonner Theatern und Clubs doch exemplarisch gezeigt, wie ein verantwortungsbewusstes Hygienekonzept sowie Spaß an und auf Veranstaltungen Hand in Hand gehen können. Ob nun der zweitägige Prix Pantheon (Vorrunde + Finale), die magische GOP-Show "Zauberhaft", das Jazzfest-Doppelkonzert mit Roger Hanschel und dem Auryn Quartett sowie mit Silje Nergaard oder der Hardrock-Abend mit Thundermother in der Harmonie, immer war die Stimmung fantastisch, nicht zuletzt weil die 3G-Nachweise konsequent kontrolliert wurden und weil sich das Publikum tadellos verhielt. Wenn das doch nur alle tun würden. Wie auch immer, neben den bereits genannten Aufführungen und Konzerten hat der November noch mehr zu bieten gehabt: Im Schauspielhaus zog Volker Lösch mit "Angst" Parallelen zwischen der Querdenker-Bewegung und der Hexenverfolgung, während in der Oper türkischstämmige Musiker aus drei Generationen ihre "Deutschlandlieder" vorstellten; im Beethovenhaus fand das erste von hoffentlich noch vielen "Leinwandkonzerten" statt, in der Harmonie rockten Terry Hoax, im Haus der Springmaus tobten Wildes Holz, und im Pantheon bewies Christine Prayon in einem der stärksten Kabarettprogramme seit Jahren eindrucksvoll, das diese Kunstform noch lange nicht tot ist, sondern im Gegenteil mehr denn je zu sagen hat – zumindest, wenn sie die richtige Form findet.

 

31. Oktober 2021: Das "Over the Border"-Festival ist vorbei, hat zuvor aber unter anderem mit einem Konzert von Noemi Waysfeld seine Qualität und auch seine Relevanz gezeigt. Beim Jazzfest trafen derweil das Bundesjazzorchester und Klaus Doldingers "Passport" aufeinander, in der Harmonie begeisterte die französische Progressive-Rock-Band Lazuli, im Haus der Springmaus setzte sich Werner Koczwara mit der Beziehung zwischen Hirn und Humor auseinander, und in der Oper zeigt sich Rainald Grebe bei seinem Münchhausen-Konzert melancholisch. Ein optischer unds musikalischer Höhepunkt war ohne Frage die Burlesque-Show "Glanz auf dem Vulkan", die mehr als nur reine Unterhaltung war, während mit "Almanya Türküleri" ein überaus spannendes Projekt über die Musik türkischer Gastarbeiter erst noch bevorsteht.

 

12. Oktober 2021: Das Crossroads-Festival des WDR Rockpalasts war mit sieben Tagen länger als jermals zuvor, doch nur die ersten beiden Tage ließen sich abdecken. Die aber hatten es in sich: Steiner&Madlaina setzten ihre Hochglanzmusik gegen den Kellerpunkrock von Trixsi, The Dust Coda ließen es ordentlich krachen und Vola boten einen Genuss aus Metal und futuristischen Klanggebilden. Einige Tage zuvor zauberten Jamaram jedem im Publikum ein Lächeln aufs Gesicht, während Die Magier um Christopher Köhler im Pantheon nicht immer zu verblüffen wussten. Gregoire Gros widmete sich derweil Jacques Brel, Marcus Schinkel und Joscho Stephan stattdessen Django Reinhardt und Beethoven und die Ferienbande so ziemlich jedem Trash-Klischee der Hörspiel-Welt. In der Springmaus suchte Frieda Braun nach den Stafetten im Colorado-Mix des Lebens, in der Oper versprühte Max Mutzke mit seinen Gästen Jan van Weyde und David Kebekus Optimismus, und im Kleinen Theater Bad Godesberg droht ein Frauenversteher in „Der Kredit“ mit dem Äußersten.