Querbeat: Gebläse in der Menge

Die Flamingos brauchen Auslauf. Querbeat auch. Zwei aufgeblasene rosa Gummi-Federviecher hat die Bonner Blechblas-Popband zu ihrem Konzert im Kulturgarten mitgebracht, um ein kleines Wettrennen zu veranstalten und um die Menge darauf vorzubereiten, wie sich ein unerwarteter Besuch nach anderthalb Corona-Jahren anfühlt. Irgendwie ganz vertraut, wenn die Atmosphäre auf dem Gelände als Maßstab gelten darf. Die Pandemie ist an diesem Sonntagabend für die mehr als 2500 Gäste der Open-Air-Bühne neben dem Römberbad ganz weit weg – stattdessen sind Querbeat da, mehr als das, sie sind mittendrin.

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Meute: Beats mit Blech

Techno mal anders: An diesem Donnerstagabend schallen nicht etwa hämmernde Bässe über den Kulturgarten in Richtung Rhein, um das tanzwütige Publikum in Ekstase zu versetzen, sondern vielmehr hämmernde Saxofone, Posaunen und ein Sousafon. Die Wirkung ist jedoch nahezu identisch, und nicht weniger will die Hamburger Band Meute erreichen. Die elf Musiker aus dem Norden haben sich in den vergangenen Jahren einen Namen damit gemacht, House-Tracks mit den Mitteln einer Marschkapelle zu interpretieren – ein Ansatz, den sie unter anderem mit den Mitgliedern der Jazzrausch Bigband teilen. Jetzt feuern Meute eben auf dem Gelände neben dem Römerbad die Beats aus dem Blech, was mal wieder hervorragend funktioniert. Zumindest nach einer guten halben Stunde.

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Eckart von Hirschhausen: Weniger ist mehr

„Kacken Sie auch ständig in ihr Wohnzimmer?“ Eine provokante Frage, die Eckart von Hirschhausen bei der Vorstellung seines neuen Buchs „Mensch Erde! Wir könnten es so schön haben“ im Bonner Brückenforum stellt. Aber eine berechtigte, wenn man davon ausgeht, dass unser Planet das Wohnzimmer der Menschheit ist, und wenn man nicht fragt, wo in diesem Vergleich dann bitte das Klo sein soll. Egal, es geht ja um Folgendes: Wir verpesten mit unseren Ausdünstungen Mutter Erde, und wenn nicht wir, dann doch unsere Nutztiere. Ist beides Mist. Also muss von Hirschhausen eingreifen und nach Wegen suchen, wie die Menschheit den einzigen Lebensraum im Universum bewahren kann, in dem wir zusammen mit Kaffee, Sex und Schokolade existieren können. Nur sind nicht die Lösungen das Problem – sondern die Menschen, die sie umsetzen müssten.

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„Camping“: Urlaub mit Igel

Ferien auf dem Campingplatz: Bei diesem Gedanken häufen sich unweigerlich die Klischees im Kopf, von eigentümlichen Menschen in fahrenden Behausungen, von Hippies mit Zelten und von Chaoten, die aus Langeweile einen Streich nach dem anderen aushecken. Es sind diese Bilder, mit denen das Bonner GOP nach neun Monaten erzwungener Corona-Auszeit in den Sommer startet und die das Theater kaum unterhaltsamer hätte in Szene setzen können. Die neue Show „Camping“ ist der perfekte Ersatz für fehlende Sonnentage und Fernreisen, ein herrlicher Spaß mit jeder Menge wortlosem Humor, phänomenaler Artistik und bewegender Musik. Das ist Varieté in Reinform – und die schönste Form der Auferstehung.

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Eure Mütter: Seemansgarn mit Pennälerhumor

Das Wetter hat es dem Comedy-Trio Eure Mütter in Bonn nicht leicht gemacht. Der ursprünglich als Auftakt des Kulturgartens gedachte Auftritt Ende Juni musste wegen Regens zwei Wochen nach hinten verschoben und jetzt aus den selben Gründen ins Brückenforum verlegt werden. Dabei müsste es zumindest Andi, Matze und Don egal sein, ob sie nass werden oder nicht, schließlich ist eine Haar- oder zumindest Glatzenwaschszene fester Bestandteil eines jeden Programms der drei Stuttgarter. Aber gut, dann eben im überschaulichen Brückenforum, dem Gürzenich von Bonn, wie Eure Mütter betonen. Ist vielleicht auch besser so: Der intime Rahmen sorgt für deutlich mehr Interaktionen zwischen den Müttern und dem Publikum – und die gehören zu den Höhepunkten eines ansonsten eher durchwachsenen Programms.

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