QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Zaz: Wie Phönix aus der Asche

Elf Jahre sind eine lange Zeit. 2015 war Zaz das letzte Mal in Bonn auf dem KunstRasen zu Gast, um mit ihrer unvergleichlichen Mischung aus Jazz, Soul, Blues, Pop, Gipsy-Swing und Nouvelle Chanson eine ordentliche Dosis Glückseligkeit direkt in die müde Seele zu injizieren. Niemand konnte das damals besser als die quirlige Französin mit dem bürgerlichen Namen Isabelle Geoffrey, die 2010 mit „Je Veux“ über Nacht weltberühmt wurde und eine neue Welle der Frankophilie in der deutschen Musiklandschaft auslöste. Doch dann war Zaz auf einmal von der Bildfläche verschwunden. Es war einfach alles zu viel, zu schnell, zu exzessiv. Mit ihrem aktuellen Album „Sains et saufs“ („Gesund und munter“) ist sie nun zurück, geheilt und geerdet, um ihrem Publikum wieder neue Energie und Liebe zu schenken. Was rund 6500 Menschen in Bonn freudig annehmen. Und Zaz so feiern, als sei sie nie weg gewesen.

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Fünf Fragen an: Das Springmaus-Improvisationstheater

Eigentlich haben die deutschen Kleinkunstbühnen im Juli und August Sommerpause - zu sehr lockt die Sonne das Publikum nach draußen, in Biergärten, Freibäder oder Open-Air-Veranstaltungen. Dabei kann es im Inneren auch sehr angenehm sein, vor allem wenn die Temperaturen wieder in tropische Dimensionen vorstoßen. Darauf baut auf jeden Fall das Springmaus Improvisationstheater, das im August gleich viermal im Haus der Springmaus ihr Sommer-Special spielt. Doch wie geht das Ensemble mit dem Sommer um? Und wie sieht der perfekte Urlaub aus? Das beantwortet es im Folgenden.

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BAP: Endlich am Ziel

„Unfassbar“, staunt Wolfgang Niedecken. „Unfassbar.“ 45.000 Menschen, die mit ihm zusammen 50 Jahre BAP feiern, und das auch noch im rappelvollen Rhein-Energie-Stadion, das Niedecken als treuer FC-Fan natürlich bestens kennt. Aber eben bislang nur von den Rängen, nicht von der Bühne aus. Dort steht er jetzt aber, freudetrunken. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass das tatsächlich funktioniert“, sagt er. Als ob das jemals in Frage gestanden hätte – immerhin können sich BAP ebenso viel Zuneigung sicher sein wie die Geißböcke, vielleicht sogar mehr, da die Karriere der Band in erster Linie von Erfolgen statt von Niederlagen geprägt war. Niedecken und Co sind, das lässt sich sicher so sagen, das musikalische Herz der Domstadt und des Rheinlands. Wie hätte es da nicht voll werden können, hier in Müngersdorf, wo man Erfolge schon immer besonders nachdrücklich gefeiert hat?

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Marillion: Schwelgende Epen für eine bessere Welt

Große Gesten hat Steve Hogarth schon immer gepflegt. Der Frontmann der Prog- und Art-Rock-Band Marillion liebt das Spiel im Rampenlicht, liebt die große Dramatik und den Pathos, die epochalen Erzählungen und den Facettenreichtum einer Musik, die immer nach etwas Neuem strebt. Es ist diese Haltung, die der Band auch nach mehr als 40 Jahren immer noch aktuell bleiben lässt, selbst wenn abseits der etablierten Fan-Gemeinde nur wenige die Briten auf dem Schirm haben. Schade eigentlich – solch herausragende Formationen werden immer weniger. Immerhin haben jetzt rund 3500 Besucherinnen und Besucher des KunstRasens die Entwicklung von Marillion nachverfolgen können. Und sogar schon einen Blick in die Zukunft werfen können.

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Montez: Herzenslieder mit Hip-Pop

Mit dem Feiern von Jubiläen muss man in der schnelllebigen Pop-Welt des 21. Jahrhunderts offenbar früh anfangen. Der deutsche Rapper Montez feiert auf jeden Fall derzeit sein 15. Jahr als Künstler und blickt zurück auf einige gute und manche schlechte Jahre. So auch in Bonn, wo er auf dem ausverkauften KunstRasen von seinen Fans frenetisch empfangen wird – und zeigt, dass es zumindest für manche Musiker durchaus möglich ist, schmalzigen Pop und braven Rap nebeneinander zu stellen und mit dieser Gratwanderung auch noch Erfolg zu haben.

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Brings: Kölsche Jungs in Feierlaune

35 Jahre Brings, das ist doch mal ein Grund zum Feiern. Nicht, dass die kölsche Kultband und ihre treuen Fans den bräuchten: Jedes Konzert verspricht letztlich eine „Superjeilezick“ (dieser Gassenhauer hat übrigens inzwischen auch ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel), ob mit oder ohne Jubiläum. Doch für diesen besonderen Auftritt, mit dem so ganz nebenbei die KunstRasen-Saison 2026 eröffnet wird, haben Brings ein paar Gäste eingeladen, die für das jubelnde Publikum eine zusätzliche Bereicherung darstellen. Ein Konzept, das aufgeht und den Startschuss für einen bunten Konzert-Reigen bildet, der noch einiges zu bieten hat.

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Jugend Jazz Orchester Bonn: Ambitionierter Nachwuchs

Hauptsache neu oder anders, am liebsten beides zusammen: An herkömmlichem Bigband-Material hat das Jugend Jazz Orchester Bonn (JJOB) kein Interesse. Dabei sind die Mitglieder keine alten Hasen, sondern zwischen zwölf und 24 Jahren alt, also im Grunde noch am Anfang ihrer Beschäftigung mit dem Jazz in all seinen Facetten. Doch mangelnde Ambitionen kann man dem Ensemble um die beiden Jazz-Lehrer Thomas Kimmerle und Thomas Heck wahrlich nicht vorwerfen – zu recht hat es 2024 den WDR Jazzpreis erhalten. Im Pantheon, wo sie gewissermaßen das Kehraus-Konzert spielten und das Haus in die Sommerpause schickten, präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker nun ein kontrastreiches Programm, zu dem ein paar ungewöhnlich arrangierte Rock-Nummern ebenso gehörten wie ein paar Klassiker.

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Sir Williams: Robbie auf dem Marktplatz

Deutschland schwitzt. Überall sind in den vergangenen Tagen aufgrund der hohen Temperaturen Veranstaltungen abgesagt worden – nicht aber beim Musiksommer Ahrweiler. Immerhin liegt der Marktplatz Abends schon im Schatten, und mit ein paar Getränken von den umliegenden Cafés, Restaurants und Buden lässt sich die Hitze eigentlich gut aushalten. Und so können denn auch Sir Williams Vollgas geben und am Fuße von St. Lurentius ordentlich abrocken. Die nach eigenen Angaben dienstälteste Robbie-Williams-Tributeband Europas feuert denn auch aus allen Rohren, gibt mit „Let Me Entertain You“ die Marschrichtung vor und zelebriert die 35-jährige Karriere des britischen Superstars mit Songs, die von den ersten Take-That-Erfolgen („Relight My Fire“) bis zu Titeln des aktuellen Albums Britpop („All My Life“). Eine reizvolle Mischung. Und eine starke Performance.

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„Die Gruppe“: Im Bann des Stühlchenkreises

Sieben Stühle, knallgelb, besetzt mit ganz normalen Menschen. Keine Schizophrenen, keine Soziopathen, keine Opfer einer posttraumatischen Belastungsstörung. Einfach ganz normale Menschen und ein Therapeut. Denn auch wenn die Mitglieder dieser Gruppe aus pathologischer Sicht nicht krank erscheinen, haben sie doch offenbar das Bedürfnis, etwas an ihren Lebensumständen zu ändern. Diese Figuren stehen im Mittelpunkt von Tim Kropps Stück „Die Gruppe“, dass das freie Ensemble Theater Rampös derzeit in der Brotfabrik zur Uraufführung bringt – und überraschend leise inszeniert, was einige Vorteile hat. Und auch ein paar Probleme schafft.

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Zukunft der Bonner Bühnen: Was für ein Theater (?)

Seit bekannt geworden ist, dass der bauliche Zustand der Bonner Oper noch desolater ist als zunächst angenommen und somit eine Sanierung im Bestand nicht zu realisieren ist, diskutieren Politikerinnen und Politiker mit der Stadtverwaltung sowie Freunden und Förderern der Kultur insgesamt und der Oper im Besonderen über das weitere Vorgehen. Anfang März haben Oberbürgermeister Guido Déus und Kulturdezernentin Birgit Schneider-Bönninger fünf Lösungswege vorgestellt und sich dabei wegen diverser Synergieeffekte klar für einen Neubau von Oper und Schauspiel in Beuel ausgesprochen. Das aber treibt die Bürgerschaft auf die Barrikaden. Nun haben die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Bonn und der SPD-Ortsverein Beuel zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung ins Pantheon eingeladen. Wo sich das Gespräch sehr schnell wieder im Kreis zu drehen begann.

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