John Fogerty: Ein Trip nach Woodstock

Manche Verbindungen sind einfach untrennbar. Seit 1972 ist John Fogerty inzwischen solo unterwegs, hat in dieser Zeit etwa ein Dutzend Platten veröffentlicht und mit Songs wie „Rocking All Over The World“ Musikgeschichte geschrieben. Und doch wird er immer als der Gitarrist und Frontmann von Creedence Clearwater Revival bekannt sein, als das Mastermind hinter einer Band, die vor 50 Jahren einer der Headliner des Woodstock-Festivals waren (auch wenn der Auftritt mitten in der Nacht kaum Beachtung fand). Anlässlich dieses Jubiläums schaut Fogerty noch einmal zurück auf jene Ära – und erweckt auf dem Bonner KunstRasen die Songs von CCR erneut zum Leben.

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„Slow“: Tempowechsel mit Luftfisch-Hilfe

Wir müssen mal entschleunigen, heißt es immer wieder. Das aber bitte schnell. Am besten sofort. Also jetzt. Weg mit dem Stress, aber pronto. Eine nachvollziehbare und doch zugleich paradoxe Forderung, die das Kreativteam der Varietétheaterkette GOP dazu inspiriert hat, eine ganz besondere Show auf die Beine zu stellen. Eine, die auf Kontrasten aufgebaut ist, die „Slow“ heißt und in weiten Teilen rasend schnell ist. Ein Konzept, das in Bonn nicht zuletzt dank eines überaus amüsanten und entschleunigten Luftzoos tatsächlich immer wieder funktioniert – und das doch ohne einen übergeordneten poetischen Rahmen das Potenzial nicht vollständig ausschöpft.

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Nena: Luftballons und gute Laune

An diesem Abend muss das Publikum ganz schön ackern. „Ihr könnt noch lauter“, ruft Nena in die Menge, „das ist mir hier zu lame.“ Na, wenn die wahrscheinlich erfolgreichste Solo-Künstlerin der Bundesrepublik das sagt, muss man eben aufdrehen. Und sich die Seele aus dem Leib schreien. Was für die rund 6000 Fans, die für die Ikone der Neuen Deutschen Welle auf den Bonner KunstRasen gekommen sind, kein Problem ist. Die bringen gerne Opfer, um sich jener Liebe als würdig zu erweisen, die Nena nur zu gerne propagiert.Seit 40 Jahren steht die Sängerin auf der Bühne, hat Musikgeschichte geschrieben und hat noch längst nicht vor, sich zu verabschieden. Dafür ist sie einfach zu professionell. Und zu energiegeladen. Wie ein Flummi auf Speed springt sie umher, ist immer überall, nach Möglichkeit überall gleichzeitig, zwischendurch auch auf einer kleinen Bühne im Publikum, wo sie mit Fans den Punk zelebriert, der sie einst elektrisierte und der ihre ersten Auftritte prägte.

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Jazzchor der Uni Bonn: Feine Dynamik und leichter Swing

Schon seit etlichen Jahren ist der Jazzchor der Universität Bonn eine feste Größe in der Bundesstadt. Mal singt das engagierte studentische Ensemble bei „Der beste Chor im Westen“ mit, dann wieder holt es den Sieg beim Deutschen Chorwettbewerb oder – wie in diesem Jahr – beim Aarhus Vokal Festival in Dänemark. Insofern dürfte es keine große Überraschung sein, dass alle drei Semesterabschlusskonzerte des Chores unter dem Titel „No better Place“ restlos ausverkauft waren. Zu Recht, wie dieser in der Aula der Uni Bonn am vergangenen Dienstag zeigte. Eine feine Intonation traf auf starke Dynamik und eine herrliche Lockerheit, die alles andere als selbstverständlich ist. Ja, der Jazzchor kann auch grooven. Sogar ohne Jazz.

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Walk off the Earth: Musik ohne Wow-Effekt

Distanz ist für Walk off the Earth tödlich. Die kanadische Gute-Laune-Band, die mit kreativen Cover-Versionen und spritzigen Eigenkompositionen in den vergangenen Jahren zu einem der größten Youtube-Phänomene in der Indie-Rock-Welt geworden ist, braucht die Nähe zum Publikum, braucht die Direktheit und Unmittelbarkeit, die sie in ihren Videos pflegen und die auch kleinste Spielereien und Klangexperimente in den Fokus rücken. Fünf Musiker an einer Gitarre so wie bei ihrer legendären Cover-Version von Gotyes „Somebody that I used to Know“ (derzeit mehr als 185 Millionen Zugriffe) sind ohne Zweifel ein Blickfang, aber nur wenn sie im Vollformat auf dem Bildschirm über die Saiten tanzen.

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Joan Baez: Friede über den Wassern

Das Feuer der Liebe und die Fackel der Freiheit, sie brennen noch. Auch und gerade in Zeiten, in denen Populisten, Nactionalisten und Rechtsradikale wieder ihre Stimmen erheben, Abgrenzung fordern und Kriegsdrohungen ausstoßen. Auf der Insel Grafenwerth lodern die Flammen auf jeden Fall hoch, als Folk-Ikone Joan Baez im Rahmen ihrer Abschiedstour am Ufer des Rheins auftritt und die Massen noch einmal berührt, so wie nur sie es vermag. Viel braucht die 78-Jährige safür nicht, hat sie nie gebraucht. Zwar lässt sie sich unter anderem von ihrem Sohn Gabriel Harris am Schlagzeug, dem Multiinstrumentalisten Dirk Powell sowie einer Backgroundsängerin unterstützen, doch eigentlich hat sie die gar nicht nötig. Eine Gitarre und ihre Stimme reichen schließlich, letztere inzwischen vom eindringlichen Sopran zum nicht minder intensiven Alt gereift. Das und ihre Botschaften, die noch immer so wichtig sind wie eh und je.

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