35 Jahre Brings, das ist doch mal ein Grund zum Feiern. Nicht, dass die kölsche Kultband und ihre treuen Fans den bräuchten: Jedes Konzert verspricht letztlich eine „Superjeilezick“ (dieser Gassenhauer hat übrigens inzwischen auch ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel), ob mit oder ohne Jubiläum. Doch für diesen besonderen Auftritt, mit dem so ganz nebenbei die KunstRasen-Saison 2026 eröffnet wird, haben Brings ein paar Gäste eingeladen, die für das jubelnde Publikum eine zusätzliche Bereicherung darstellen. Ein Konzept, das aufgeht und den Startschuss für einen bunten Konzert-Reigen bildet, der noch einiges zu bieten hat.
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Rund 6000 Fans sind für Brings auf den KunstRasen gekommen – eine Zahl, die angesichts der besonderen Verbundenheit zwischen der Band und der Stadt eigentlich größer hätte sein müssen. Allerdings lässt sich nicht sagen, wie viele Fans durch die diversen lang- und kurzfristigen Verkehrsbehinderungen im Stadtgebiet von vornherein abgeschreckt wurden. Angesichts der Staus, die seit der Sperrung der Nordbrücke das Bild Bonns prägen, ist dies tatsächlich ein verständlicher Hinderungsgrund. Andererseits gab es in der Gronau zur Überraschung vieler keine endlosen Schlangen am Einlass oder einen massiven Stillstand auf den Straßen. Zumindest eine gute halbe Stunde vor dem Auftritt von Brings war sogar die Südbrücke frei von Stau. Und so konnten alle entspannt den Auftakt zu einem einzigartigen Konzert genießen. Zumal Brings ohnehin über das Talent besitzen, überall die Stimmung innerhalb von Sekunden auf den Höhepunkt zu bringen.
Dies war auf dem KunstRasen nicht anders. Schon beim Opener „Et jeilste Land“ ist das Publikum kaum zu bremsen, vor allem da der Comedian Dennis aus Hürth (alias Martin Klempnow), mit dem Brings das Lied 2018 aufgenommen hat, seine Aufwartung machte, keck die Hüften kreisen lässt und sich als veritabler Animateur erweist. Auch der Sessionshit von 2024, „Romeo & Julia“, kommt hervorragend an, und spätestens bei „Su lang mer noch am Lääve sin“ ist ohnehin alles egal. Doch Brings spielen nicht nur die Gassenhauer. Vielmehr nutzt die Band die Gelegenheit, um auf ihre Karriere zurückzublicken – auch auf die Zeit vor dem Karneval. „Damals haben einige uns im Internet als Verräter am Rock ‘n’ Roll bezeichnet“, sagt Frontmann Peter Brings. „Umso erstaunlicher ist es, wie viele von euch uns über die Jahre treu geblieben sind.“ Der alten Zeiten wegen spielt die Band dann aber noch „Bis ans Meer“, eine Nummer aus der Prä-Karnevals-Ära mitsamt einem Riff, das von Metallica entliehen sein könnte; das deutlich neuere, aber ebenfalls rockende „Rabenschwarzenacht“ erhält dagegen ein Rage-Against-The-Machine-Intro. Starke Stücke.
Irgendwann kehren Brings aber doch wieder zu ihren Stimmungsliedern zurück – insbesondere zu denen, bei denen sie mit anderen Künstlern zusammengearbeitet haben. Bei „Bunte Brücken“ und „Hallelujah“ kommen die Parts von Ekko Fresh beziehungsweise dem Beethoven-Orchester Bonn noch vom Band, dann aber tauchen neben virtuellen auch reale Gäste auf. Trompeter Michael Kuhl steuert „Ich han dä Millowitsch jesin“ bei, die in KunstRasen-Grün gekleidete Julie Voyage „Nur nicht aus Liebe weinen“, und der Chor des Uniklinikums Bonn unterstützt bei „Nur die Liebe gewinnt“. Auf diese Weise nähert sich das Konzert seinem Ende, bis endlich die „Superjeilezick“ angespielt wird, zu der Dennis aus Hürth sein Comeback feiert. Und auch wenn manche es Brings übel genommen haben: Diese Erfolge waren nur mit dem Karneval möglich. Daher spielt das Quintett dann auch „Jeck Yeah“, die unvermeidliche Polka und zum Abschluss die Köln-Hymne „Kölsche Jung“. Womit alles gesagt wäre.
Termine
8.7., 17.30 Uhr: Nile Rodgers & Chic (+ Boogie Wonderstars und Kid Creole & the Coconuts)
9.7., 18.30 Uhr: Madness (+ Slapstickers)
12.7., 19 Uhr: KlassikPicknick mit dem Beethoven-Orchester Bonn
15.7., 19 Uhr: Zaz
17.7., 19 Uhr: Wincent Weiss
2.8., 15.30 Uhr: Donots Grand Kiddie Slam
3.8., 20 Uhr: Roxette
6.8., 19 Uhr: Roy Bianco & die Abbrunzati Boys (ausverkauft)
13.8., 18.40 Uhr: Savatage
14.8., 19 Uhr: OMD
15.8., 19 Uhr: Roland Kaiser (ausverkauft)
16.8., 19 Uhr: Zah1de
18.8., 18.45 Uhr: Moby (+ Westbam)
19.8., 19 Uhr: Amy Macdonald
22.8., 19 Uhr: Agnes Obel
23.8., 18.45 Uhr: The BossHoss (+ Picturebook)
25.8., 19.30 Uhr: Nick Cave & the Bad Seeds
26.8., 19 Uhr: Fury in the Slaughterhouse
28.8., 17.15 Uhr: RKM652
29.8., 14 Uhr: „Oh wie schön“-Festival












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