Sir Williams: Robbie auf dem Marktplatz

Deutschland schwitzt. Überall sind in den vergangenen Tagen aufgrund der hohen Temperaturen Veranstaltungen abgesagt worden – nicht aber beim Musiksommer Ahrweiler. Immerhin liegt der Marktplatz Abends schon im Schatten, und mit ein paar Getränken von den umliegenden Cafés, Restaurants und Buden lässt sich die Hitze eigentlich gut aushalten. Und so können denn auch Sir Williams Vollgas geben und am Fuße von St. Lurentius ordentlich abrocken. Die nach eigenen Angaben dienstälteste Robbie-Williams-Tributeband Europas feuert denn auch aus allen Rohren, gibt mit „Let Me Entertain You“ die Marschrichtung vor und zelebriert die 35-jährige Karriere des britischen Superstars mit Songs, die von den ersten Take-That-Erfolgen („Relight My Fire“) bis zu Titeln des aktuellen Albums Britpop („All My Life“). Eine reizvolle Mischung. Und eine starke Performance.

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Tatsächlich werden Sir Williams den an sie gerichteten Erwartungen von der ersten Sekunde an gerecht. Frontmann Armin Joisten kann der schier unbändigen Energie und dem Charisma von Robbie Williams durchaus das Wasser reichen und ist stimmlich sehr nah dran am Original, ohne dabei zu einer reinen Kopie zu verkommen. Bei dem genialen „Me And My Monkey“ springt er von der Bühne, dreht eine Runde durch das Publikum, setzt sich sogar kurz an einen Tisch und zeigt sich dadurch nahbar, was bei Musikerinnen und Musikern aller Arten grundsätzlich ein Pluspunkt ist und auch in diesem Fall von der Menge dementsprechend begeistert begrüßt wird.

 

Dazu kommt die exzellente Band im Hintergrund: Background-Sängerin Esther Kolf, die den Liedern eine zusätzliche Farbe verleiht und zudem immer wieder das Publikum zum Mitmachen auffordert, ist dabei ebenso zu nennen wie die Gitarristen Rolf Montenbruck (mit der vom Ventilator zerzausten Mähne) und Sebastian Kummer. Keyboarder Christoph Grotejohann, Bassist Joachim Kleimann und Drummer Frank Brack sorgen derweil für den nötigen Druck, sowohl bei Rock-Nummern wie „Old Before I Die“ als auch bei Soul-Klassikern wie „Land of 1000 Dances“ von Wilson Pickett, den Robbie Williams 2024 für seine Film-Biographie „Better Man“ adaptiert hat. Und wenn’s mal etwas weniger sein darf? Werden Sir Williams beinahe noch besser, so wie bei den Akustik-Songs „The Road to Mandalay“ und „Forbidden Road“, die eine andere, zartere Seite von Williams zeigen. Auf diese Weise vergehen zweieinhalb Stunden wie im Flug – und wie versprochen endet das Konzert mit „Angel“ rechtzeitig vor der Übertragung des im Nachhinein schmerzhaften Deutschland-Spiels gegen Ecuador bei der Fußball-Weltmeisterschaft.

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Mit dem Auftritt von Sir Williams hat der Musiksommer Ahrweiler richtig Fahrt aufgenommen. Nach der Eröffnung durch Jeckediz in der Woche zuvor hat die Bonner Formation erneut für eine ausgelassene Stimmung gesorgt, und das unter erschwerten Bedingungen. So soll dies auch in den kommenden Wochen weitergehen: Am 2. Juli sollen Stephan Maria Glöckner und Friends eine Mischung aus Weltmusik und Pop spielen, darunter auch einige eigene Songs, was (leider) eine Ausnahme ist. Immerhin sind für die restlichen Donnerstage ausschließlich Coverbands gebucht. Diese decken allerdings stilistisch eine große Bandbreite ab. So werden B.and M Entertainment Pop, Neue Deutsche Welle, kölsche Klassiker, aktuelle Chart-Hits und Rockklassiker abdecken (9.7.), ähnlich wie Light Your Fire (16.7.), die Radioband Deluxe (23.7.) und Stranger Songs (30.7.) – letztere fokussieren sich dabei explizit auf die 80er Jahre. Zu einem Sonderkonzert kommt es zudem am 11. Juli, wenn die kölsche Band Rabaue im Rahmen der Benefiz-Radsportveranstaltung „Vor-Tour der Hoffnung“ ein Konzert zur Unterstützung krebs- und leukämiekranker Kinder spielt. 

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