Die hohe Kunst des Grooves, der weder bremsen noch hetzen darf, hat Martin Wind schon seit Jahrzehnten verinnerlicht. Mit seinem Trio „Gravity“, zu dem noch Saxofonist Peter Weniger und Drummer Jonas Burgwinkel gehören, setzt der Bassist dies einmal mehr um und zeigt sich auf seinem neuen Album September so facettenreich wie eh und je, mal melancholisch, mal wild und mal pulsierend.
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Dabei standen die Aufnahmen zunächst unter keinem glücklichen Stern: Am Morgen des ersten Aufnahmetages starb Winds langjähriger Mentor Jim McNeely, dem das Trio daher auch die recht nachdenkliche „September Serenade“ gewidmet hat. Den klagenden und zugleich respektvollen Ton Wenigers nimmt Wind in seinem eigenen Solo auf und verabschiedet sich so von einem Pianisten und Komponisten, der laut Wind „ohne Worte des Bedauerns, ohne Bitterkeit, sondern humorvoll und mit großer Dankbarkeit“ durch den letzten Abschnitt seines Lebens schritt. Insofern ist September auch kein trauriges Album, sondern eher eines, das Resilienz und Flexibilität feiert. Und das Leben selbst, insbesondere bei dem rhythmisch spannenden „King of the Castle“ (dem Paradestück für Jonas Burgwinkel) und dem brasilianisch angehauchten „Pro Zeca“. Doch auch „Late Summer Lullaby“, bei dem mit Sicherheit niemand einschlafen wird, oder das kantige „Rugby“ sind alles andere als Balladen. Hervorzuheben ist zudem die Hardbop-Nummer „Relay“, bei der Peter Weniger alle Register zieht – und Peter Wind mit seinem perlenden und doch zurückhaltenden Bass-Spiel ihm diesen Raum gewährt.














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