Ein bisschen Spaß muss sein. Blödsinn machen, herumalbern, kindisch sein. Kind sein, zumindest ab und zu. Doch davon will der Vater von Miriam (Magali Vogel) und Anton (Moritz Reinisch) nichts wissen. Zwar hat er sich von den beiden zu einer Expedition in den Dschungel überreden lassen, bei der sie sich auf die Suche nach dem kunterbunt karierten Elefanten Elmar begeben, doch an einen Erfolg glaubt er nicht. Dabei hat er früher immer gerne die Geschichten über diesen Sonderling unter seinen riesengrauen Artgenossen vorgelesen und gespielt. Aber jetzt? Soll Schluss sein mit diesem kindischen Benehmen. Am letzten Abend vor der Heimreise versuchen die Kinder noch einmal alles, um ihren Vater (Thomas Kahle) noch einmal zum Lachen zu bringen und selbst die Hoffnung zu bewahren, dass Elmar vielleicht doch real ist. Und weil das nicht gerade einfach ist, soll das Publikum des Jungen Theaters Bonn (JTB) helfen, wo „Das Elmar-Abenteuer“ jetzt als Koproduktion mit dem Londoner Kindertheater Tall Stories inszeniert wird. Mit Erfolg? Das wird sich zeigen.
Werbeanzeige
Der farbenfrohe Elefant Elmar entstammt der Feder von Autor David McKee, der damit bereits zahlreiche Kinderzimmer erobert hat. Auch das von Miriam und Anton, die am Lagerfeuer voller Spielfreude
drei Geschichten aufführen. Ein paar bunte Jacken und Hüte, mehr braucht es nicht, um zwischen dem Quatschmacher und seiner leicht missmutigen Herde zu wechseln; dazu kommen noch ein paar andere
Tiere mit mehr oder weniger erkennbaren Zügen, die aber im Grunde keine große Rolle spielen. Wie sollten sie auch? Die Elmar-Geschichten sind nicht sonderlich gehaltvoll und erst recht nicht
lang. Trotzdem vermitteln sie doch kindgerecht Werte wie Individualität und Gemeinschaft. Und dann wäre da noch die Rahmenhandlung um den namenlosen Vater und seine beiden Sprösslinge, die ein
wenig an den Peter-Pan-Nachfolger „Hook“ erinnert. Auch dort musste die Hauptfigur erst wieder lernen, Spaß zu haben, musste den Ernst des Alltags loslassen und sich wieder ins Reich der Fantasie
begeben, um seinen Kindern nah zu sein. Doch während Anton irgendwann selbst den Glauben an Elmar verliert, hält Miriam an ihm fest. Und kann am Ende tatsächlich mit dem kunterbunten Tier im
Mondlicht tanzen.
Bereits mehrfach hat das Junge Theater mit Tall Stories zusammengearbeitet, immer bei Stücken für Kinder ab drei Jahren, die in Bonn als deutsche Erstaufführungen gezeigt wurden. Bislang
entstanden auf diese Weise Adaptionen von vier Büchern der Grüffelo-Erfinderin Julia Donaldson, mit der fünften Produktion betritt das JTB nun neue Pfade. Natürlich profitiert es enorm von den
Erfahrungen der Briten, die Musik, Bühne, Kostüme, Licht und Requisite beisteuern – und eine fantastische Puppe von Elmar, der in einer bewegenden Szene auf Miriam trifft, sehr zur Freude der
Kinder im Saal, die bei der Premiere ohnehin hervorragend mitmachen. Und mitsingen. Manche Nummern sind echte Ohrwürmer, auch wenn das Ensemble mit der Intonation noch so seine Probleme hat.
Spielerisch sind die drei aber exzellent; vor allem Magali Vogel brilliert als euphorische Träumerin mit feinen Zwischentönen. Das Publikum und vor allem die Kinder zeigten sich dementsprechend
begeistert und applaudierte frenetisch, zumal letztlich alle gewannen: Miriam, weil sie auf Elmar traf. Und der Vater, weil er endlich wieder lachte.
Termine
28.6., 15 Uhr; 29.6., 10 Uhr; 15.7. und 16.7., 10 Uhr; 20.9., 15 Uhr; 21.9., 10 Uhr; 6.10. und 7.10., 10 Uhr; 10.11., 10 und 15 Uhr; 11.11., 9 und 11 Uhr; 28.12., 11 und 15 Uhr. Tickets und weitere Infos unter www.jt-bonn.de














Kommentar schreiben