Musik aus aller Welt zu vereinen, das ist der Anspruch des „Over the Border“-Festivals. Seit nunmehr zehn Jahren hat Veranstalter Manuel Banha unermüdlich dafür gekämpft und Künstlerinnen und Künstler aus allen Erdteilen nach Bonn eingeladen. Nicht immer wurde dieses Engagement angemessen gewürdigt – doch beim Jubiläumskonzert in der fast gut gefüllten Kölner Philharmonie machten Musikerinnen und Musiker sowie das Publikum gleichermaßen deutlich, wie wichtig das Festival inzwischen für alle Beteiligten ist. Und wie hochkarätig.
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An diesem Abend, in dem der afrikanische Kontinent in all seiner Vielfalt im Mittelpunkt stand, stimmte musikalisch einfach alles. Sänger wie Carlou D und Tiken Jah Fakoly mögen hierzulande nur wenigen Menschen etwas sagen, in ihrer Heimat sind sie aber Superstars; ersterer gehört zu dem inneren Kreis um Youssou N’Dour und füllt im Senegal riesige Hallen, letzterer gilt als einer der bedeutendsten Reggae-Musiker Afrikas, mit klarer politischen Haltung und unbeirrbar in seinem Tun. Beide umgibt dabei eine ganz spezielle Aura, irgendeine Art von unsichtbarer Kraft, die ihre Botschaften auch über Sprachgrenzen hinweg zu transportieren vermag – nicht ohne Grund erhielten beide Künstler in der Philharmonie stehende Ovationen. Ähnlich begeistert war das Publikum von der kapverdischen Sängerin Elida Almeida, die mit ihrer fantastischen Stimme einen neuen Weg eingeschlagen hat, weg vom traditionellen Morna ihrer Heimat hin zu moderneren Spielarten. Und auch die Backgroundsängerinnen Melane Nkounkolo, Mariama Jalloh, Maude N'Diaye und Omar Jatta wurden völlig zu Recht gefeiert.
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Den mit Abstand größten Applaus erhielt allerdings Wolfgang Niedecken, der als „Local Ambassador“ ehrenhalber der ideale Vermittler zwischen den Welten ist. Seit Jahren engagiert er sich in
Afrika, insbesondere das Schicksal früherer Kindersoldaten bewegt ihn sehr. Dieses Thema hat er unter anderem in seinem Lied „Noh Gulu“ verarbeitet, das natürlich auch beim Jubiläumskonzert in
einer faszinierenden reduzierten Version erklang. Abgesehen von Niedecken waren nur noch Pianist Mike Herting und Perkussionist Pape Samory Seck auf der Bühne sowie Sänger Issa Sow, der mit
seiner erstaunlich wandlungsfähigen Stimme die noch offenen Räume füllte.
Gegen Ende gab es dann noch eine Überraschung: Wally B. Seck, der im Senegal immer wieder vor Zehntausenden spielt, kam für ein Bob-Dylan-Cover („Going Nowhere“) auf die Bühne. Und konnte gleich
da bleiben: Beim großen Finale, nach fast drei Stunden, sangen alle Künstlerinnen und Künstler gemeinsam „Knocking on Heaven’s Door“ und rissen die Menge erneut von den Sitzen. Die Sprache
spielte in diesem Moment keine Rolle mehr, ob nun auf englisch oder auf wolof gesungen wurde. Die Musik übersetzt alles. Wenn man nur ganz genau hinhört. Umso wichtiger sind Festivals wie „Over
the Border“, das hoffentlich im kommenden Jahr weitergehen wird.

























































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