Taj Farrant: Jungspund mit Druck auf den Saiten

Der Sound ist brachial. Wuchtig, donnernd, testosteronschwanger. An diesem Abend, einen Tag vor seinem 17. Geburtstag, lässt Taj Farrant es noch einmal so richtig krachen. In der Harmonie zeigt der Australier eindrucksvoll, warum er als Hoffnungsträger des Bluesrock gilt – und das schon seit Jahren. Denn eigentlich hat Farrants Karriere bereits 2019 begonnen, als er das Solo des Guns N’ Roses-Hits „Sweet Child of Mine“ spielt. Ein entsprechendes Video ging damals viral und brachte dem Neunjährigen eine Einladung von US-Talkerin Ellen Degeneres ein. 

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Seitdem hat der Wunderknabe mit Legenden wie Carlos Santana oder Buddy Guy gearbeitet; 2024 veröffentlichte er dann sein Debütalbum, das immerhin auf Platz 2 der Billboard Blues Charts landete. Außerdem ist er, begleitet von seiner ganzen Familie, fast kontinuierlich unterwegs und tourt durch Europa und die USA. Ein Leben aus dem Koffer, fernab von zu Hause. Doch was tut man nicht alles für den Blues. Zumal in Bonn deutlich wird, dass der Hype um Farrant zwar etwas übertrieben sein mag, sein Talent und vor allem seine Virtuosität ihm aber tatsächlich eine steile Karriere ermöglichen dürften.

Zu Beginn des Konzerts ist dies allerdings noch nicht ganz so klar erkennbar. Das allerdings liegt nicht an Farrant, sondern an der Technik: Bass, Gitarren und Schlagzeug verschwimmen zunächst zu einem undefinierbaren Brei, der jeden kreativen Ansatz im Keim erstickt. Das insgesamt recht junge Alter der Band ist dabei nicht förderlich, da die Dynamik nur eine Einstellung kennt, und die ist laut. Immerhin ist die Spielfreude der Musiker davon nicht betroffen, und als dann endlich doch die Sound-Probleme behoben sind, werden Farrants Fähigkeiten deutlich. Die erstrecken sich nicht nur auf Cover-Versionen, auch wenn der junge Gitarrist bei Stücken von Stevie Ray Vaughan, Elmore James, Steve Vai und Gary Moore besonders glänzen kann. Seine Eigenkompositionen sind aber auch nicht zu verachten, selbst wenn bei einem Titel wie „Mama Raised A Man“ so mancher mit den Augen rollen mag. Musikalisch liefert Farrant auf jeden Fall ab und bringt das Publikum entsprechend schnell bis zur Ekstase.

Ob das ausreicht, um Taj Farrant eine große und vor allem langanhaltende Karriere zu ermöglichen, muss sich erst noch zeigen. Die nötigen Fähigkeiten, um der nächste Krissy Matthews oder Jonny Lang zu werden, bringt er aber immerhin mit. Und die Unterstützung seiner Familie. Schwester Jazel sitzt immerhin selbst oft bei Taj Farrant am Schlagzeug, während der Vater sein größter Fan ist. „Beim nächsten Mal werdet ihr ihn sicherlich nicht mehr so nah erleben“, ist er überzeugt. Da kann man Farrant nur die Daumen drücken.

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