Sie gelten als Shooting-Stars des Jazz, als Ausnahme-Talente an den Saiten und als Künstlerinnen und Künstler, die bereits jetzt schon ihren eigenen Ton gefunden haben: Sowohl der Gitarrist Rob Luft als auch die Cellistin und Bassistin Julia Hofer haben bei ihrem Doppelkonzert im Rahmen des Bonner Jazzfests eindrucksvoll gezeigt, dass die Vorschusslorbeeren durchaus berechtigt waren. Vor allem letztere legt zusammen mit David Helbock am Klavier die Messlatte für kongeniale Interpretationen hoch an – und zeigt zugleich, dass man einen Bass niemals unterschätzen sollte.
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Zunächst ist aber Rob Luft am Zug. Der Londoner ist zusammen mit Jonas Westergaard (Bass) und dem genialen Jon Fält (Drums und Perkussion) ins Pantheon gekommen, um einen Einblick in sein im Sommer erscheinendes ECM-Debütalbum zu gewähren. Mehr noch, es handelt sich um eine Weltpremiere: „Wir haben diese Stücke noch nie live vor Publikum gespielt“, betont er. Und legt los. Die Nähe zu Bill Frisell und Brian Eno, die Luft explizit als Vorbilder bezeichnet, ist dabei vom ersten Ton an hörbar: Seine Gitarre singt förmlich und erhält durch allerlei Effektgeräte zugleich eine ausgesprochen große Klangpalette. Mitunter wird das Instrument sogar zur Orgel, insbesondere bei „Elegy“, einem Stück des Bassisten Arild Andersen, den Luft ebenfalls verehrt. Dabei erweist sich Trio-Kollege Westergaard als starker Partner auf Augenhöhe, der immer wieder gerne die Melodie übernimmt und Luft in höhere Sphären entlässt, während Jon Fält mit herausragender Kreativität etliche Akzente setzt. Immer wieder schlägt er Gongs, Ringe, Holzblöcke und ähnliches an, nur um sie dann hinter sich zu werfen; auch der eigene Körper wird gerne mal zur Rhythmus-Maschine. Diese Verspieltheit und der Dialog zwischen allen drei Musikern machen das Konzert zu einem echten Genuss.
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Das kann man aber auch vom Auftritt von David Helbock und Julia Hofer sagen. Auf ihrem Album „Faces of Night“, das die beiden an diesem Abend vorstellen, widmen sie sich dem 1. Klavierkonzert von Schumann ebenso wie Prince und Thelonious Monk, und das mit so viel Gefühl, dass man beim Zuhören eine Gänsehaut bekommt. Insbesondere bei den Balladen, bei denen Hofer gerne zum Cello greift, entsteht durch ihr verklärendes Spiel eine ganz besondere Intimität, nicht zuletzt weil Helbock in sein Instrument förmlich hineinkriecht, Saiten abgreift und so die Bass-Linie übernimmt. Das wiederum ermöglicht Hofer, in den Melodien zu schwelgen und Sehnsucht hörbar zu machen. Und dann dreht sich das Verhältnis irgendwann um. Sie greift zum E-Bass und lässt den Funk raus, er haut in die Tasten und wandelt auf groovenden Jazz- und Latin-Pfaden. Herrlich, zumal es dem Duo gelingt, selbst Prince-Hits wie „Purple Rain“ frei von Klischees zu halten und stattdessen eine Interpretation zu präsentieren, in denen das Original zwar präsent aber eben nicht dominant ist. Möglich ist das, weil beide sich blind zu verstehen scheinen und ihre Kommunikation auf einer intuitiven Ebene führen. Das Publikum hört begeistert zu. Und geht am Ende beseelt von dannen.
Termine
Folgende Konzerte sind noch nicht ausverkauft:
25.4., Haus der Geschichte: Günter Baby Sommer & Ulrich Gumpert | Theresia Philipp & Sebastian Scobel
26.4., Collegium Leoninum: Marlies Debacker | Lau Noah
1.5., Oper: John Scofield & Gerald Clayton | Marius Neset CABARET
3.5., Pantheon: Kadri Voorand & Mihkel Mälgand | Wolfgang Muthspiel Chamber Trio
8.5., Kreuzkirche: Rabih Abou-Khalil Group
9.5., Telekom Forum: Fuchsthone Orchestra feat. Evi Filippou | UMO Helsinki Jazz Orchestra feat. Jazzmeia Horn














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