Gerburg Jahnke lädt ein: Alle wollen Hartmut

Eigentlich haben Männer bei den Programmen von Gerburg Jahnke und so mancher ihrer Kolleginnen einen schweren Stand. Gut, wenn so manche Kabarett-Dame aus dem Nähkästchen plaudert und von dem vermeintlichen Göttergatten berichtet, den frau in einem umnachteten Moment eingesammelt hat und der nun auf dem Sofa vor sich hin gammelt, kann man das fast verstehen. Aber es gibt auch Gegenbeispiele. So wie Hartmut. Dieser Herr hat sich nämlich freiwillig bei dem Auftritt von Gerburg Jahnke und ihren Gästinnen in die erste Reihe der Bonner Oper gesetzt und wurde prompt als williges Opfer für allerlei Schabernack auserkoren. Alle wollten ihn haben: Die augenzwinkernd-provokante Maria Clara Groppler, die Co-Göttin in spe Mia Mittelkötter (alias Lioba Albus), die charmante Singer-Songwriterin Miss Allie und vor allem die unwiderstehlich komische Rosemie Warth, die sogar auf Tuchfühlung ging. Diese Ménage-à-six sorgte im ausverkauften Saal für jede Menge Gelächter. Und sogar für das ein oder andere Lob an die Herren.

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Ohnehin hatten die Damen auf der Bühne sichtlich Spaß. Oder täuschten ihn zumindest sehr gut vor. Diesen Tipp hatte Maria Clara Groppler zwar eher dem Publikum gegeben, bevor sie ebenso frech wie erfrischend von einem Meerjungfrauen-Kurs erzählte und die Wahrheit über verschiedene perverse Märchenprinzen aufdeckte, doch erwies sich das als unnötig. Dafür war Groppler, die Jahnke zu Unrecht als „Expertin für Menstruation und Brüste“ anpries, einfach zu gut. Und die anderen Kabarettistinnen waren noch besser. Angesichts ihrer Erfahrung war das aber auch zu erwarten: Lioba Albus hat immerhin beinahe ebenso viele Bühnenjahre beisammen wie die unvergleichliche Gerburg Jahnke (mehr noch, wenn man ihre Zeit im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater mit einrechnet) und konnte mit ihren Männergeschichten aus dem scheinbar so spießigen Sauerland mühelos die rund 1000 Besucherinnen und Besucher unterhalten. Miss Allie, dieser Sonnenschein mit der spitzen Zunge, schaffte selbiges übrigens mit ihrer Gitarre und dem kecken Witz hinter dem scheinbar braven Äußeren ebenfalls.

Und dann wäre da noch Rosemie. Was für eine Clownin. Tat mitunter ganz verklemmt, nur um dann ihre Röcke zu lüpfen oder ihr Alphorn zu schwingen, mit dem sie immerhin sowohl Samba als auch Limbo darbieten konnte; diese Vielseitigkeit hat man diesem Instrument nun wahrlich nicht zugetraut. Andererseits hätte es auch niemand für möglich gehalten, dass Rosemie für Hartmut sogar ins Publikum beziehungsweise auf seinen Schoß springen würde. Eine Runde Kuscheln als Ausgleich für die ständigen Witze in seine Richtung, was für eine nette Geste. „So ein schönes Paar“, kommentierte Gerburg Jahnke denn auch. Stimmt. Hochzeitsplanungen standen aber immerhin nicht im Raum – die überließ man lieber Maria Clara Groppler, die ein wenig mit den üblichen Rollenbildern jonglierte und angesichts der Frage, wie sie denn über Kinder denken würde, daher auch die Rolle als Papa bevorzugte. Und wer weiß, vielleicht steuert Miss Allie dann noch ein Lied bei, wenn es soweit ist. Für Hartmut würde sie es sicherlich machen.


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