The Clerks: Reggae reicht

Manchmal reicht einfach nur ein Rhythmus, um für gute Laune zu sorgen. So zum Beispiel der springende Groove von Reggae und Ska, der nach Sommer klingt und dem sich unter anderem The Clerks verschrieben haben. Die Kölner Band feiert derzeit ihr 25. Bandjubiläum mit einer kleinen Tour durch verschiedene Clubs, darunter auch die Harmonie. Für diesen besonderen Anlass hat sich das Sextett um den Bonner Posaunisten Tim Düwel und den Gitarristen Gero Kuntermann hochkarätige Unterstützung geholt: Den Saxofonisten Tommy Tornado, der unter anderem schon mit den Heptones und Reggae-Urgestein Lee Scratch Perry gespielt hat, sowie den Londoner Sänger Arthur Kay. Das Ergebnis kann sich hören lassen.

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Vor allem Tommy Tornado erweist sich als Glücksgriff. Mit ihm zusammen kommen die Clerks erst so richtig in Fahrt, nachdem sie zu Beginn des Konzerts noch ein wenig mit angezogener Handbremse gespielt haben. Ihre Botschaft bringen sie dennoch frühzeitig rüber: „Reggae, Ska und Rocksteady, that’s all we need“, singen sie. Mehr braucht es nicht. Dennoch hilft der besagte Gast durchaus, der die Clerks nicht nur nach vorn zieht, sondern sich auch als exzellenter Solist erweist. Die Chemie stimmt einfach – kein Wunder, kennen sich Tommy Tornado und die Clerks schon seit zwölf Jahren. Damals sollte ersterer beim Kölner Freedom Sounds Festival auftreten, hatte aber keine Band in der Hinterhand. Bis The Clerks einsprangen. Eine überaus glückliche Kombination, wie sich herausstellen sollte. Aus dieser Kooperation ist einige Jahre später ein gemeinsames Album entstanden, und so erklärt sich auch das gemeinsame Konzert in der Harmonie, an dem jeder Reggae- und Ska-Fan seine Freude hat.

Auch mit Arthur Kay, der schon seit den 60ern in der britischen Ska- und Mod-Szene mitmischte und als Bassist unter anderem an Aufnahmen von Judge Dread und dem legendären Desmond beteiligt war und später als Sänger unterwegs war, sind The Clerks schon länger verbunden. Mit ihm auf der Bühne wird die Musik etwas kantiger, rockiger, wuchtiger – eigentlich eine erfreuliche Entwicklung, zeigt die Band doch so eine weitere Facette ihres Könnens. Allerdings kann Kay, der sich in den vergangenen Jahren ein wenig rar gemacht hat, stimmlich nicht überzeugen, bleibt schwach und blass und letztlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Das gut gelaunte Publikum lässt sich dadurch aber nicht beirren und feiert die Clerks ausgelassen. Was beweist: Reggae reicht.

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