„And everybody sings Ba ba ba da“: Das Leben kann so einfach sein. Man darf nur nicht zu genau hinhören, was The Divine Comedy da hinter der scheinbar harmlosen Gute-Laune-Fahrstuhlmusik versteckt, hinter der eigenwilligen Mischung aus opulentem Schlager und swingendem Kammermusik-Pop. Die aus der Zeit gefallenen Songs, die deutlich an die 60er Jahre erinnern, an Dandytum und die Illusion einer schönen neuen Welt, sind letztlich eben doch Ton gewordene Ironie. Frontmann Neil Hannon liebt das, gibt sich ganz bewusst piekfein und zelebriert den augenzwinkernden Pathos, mit dem die nordirische Band seit Mitte der 90er als eine der eigenwilligsten Britpop-Formationen Großbritanniens gehandelt wird. In der Kölner Stadthalle stellt The Divine Comedy nun das aktuelle Album „Rainy Sunday Afternoon“ vor – und reißt damit das Publikum immer wieder von den Stühlen.
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Dabei könnte gerade die neueste Platte mit ihrem doch recht melancholischen Unterton als so etwas wie das Spätwerk der Band gelten. Selten hat Hannon so nachdenklich geklungen und so desillusioniert, und noch nie hat er das Altern so sehr in den Fokus gerückt wie jetzt. Der nostalgische Retro-Sound kommt ohne Orchester noch einmal deutlicher zum Tragen, während Hannon mit „The Last Time I Saw the Old Man“ seinem Vater gedenkt oder sich an einen Ehe-Streit erinnert, der in Selbstzweifeln mündet. Gleichzeitig macht der 55-Jährige aber auch klar, dass dieser Wandel auch ein Geschenk sein kann – und dass es nicht bedeutet, dass man angesichts der Rückschau nicht mehr auf die Gegenwart achtet.
Ganz im Gegenteil: Mit der idyllischen Rumba „Mar-a-Lago by the Sea“, bei der Hannon so ganz nebenbei Drinks für die anderen Band-Mitglieder mixt, klingt er nicht nur ironisch, sondern geradezu dystopisch. Dazu passt übrigens auch ein Stück, dass The Divine Comedy schon 2010 veröffentlicht hat und das vom Publikum euphorisch begrüßt wird. „Bang Goes The Knighthood“ handelt, so betont Hannon, „Von einem beschämenden Skandal. Aber leider schämt sich heutzutage niemand mehr.“ Das Publikum feiert diesen Kontrast von bissigem Sarkasmus, schwülstigem Pomp und leicht tänzelndem, anachronistischem Pop, für die es immer wieder gerne aufsteht, um sich entspannt im Takt zu wiegen. „At the Indie Disco“ funktioniert da genauso gut wie „National Express“. Manchmal kann es so einfach sein.





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