Sie strahlt. Ana Carla Maza kann nicht anders, dieser Optimismus liegt ihr im Blut. „In Kuba“, so erzählt die Cellistin bei ihrem Konzert im Pantheon, „ist die Musik überall. Wenn wir uns freuen, machen wir Musik. Wenn wir trauern, machen wir Musik. Und wenn es im gesamten Land keinen Strom mehr gibt, machen wir Musik. Vor allem aber hören wir niemals auf zu lächeln.“ Was angesichts der Töne, die die 30-Jährige ihrem Instrument zu entlocken vermag, ohnehin unvermeidlich ist. Zu bezaubernd ist ihr Spiel, zu berührend und zu energetisch. Lateinamerikanische Rhythmen treffen auf klassische Techniken und poppige Melodien, die das Publikum des „Over the Border“-Festivals von den Stühlen reißen. Zumindest als endlich die Technik mitspielt.
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Tatsächlich gerät der Anfang des Abends etwas holprig. Auf der einen Seite erweist sich der unerwartete Auftritt der charmanten Singer-Songwriterin Fernanda Tarrech aus Uruguay, die ein bisschen Werbung für ihr „Over the Border“-Konzert mit dem Schweizer Sami Galbi am 17.3. im Bahnhof Ehrenfeld macht, als musikalischer Hochgenuss, auf der anderen Seite hat der WDR, der das Konzert aufzeichnet und daher für den Ton verantwortlich ist, mit selbigem am Anfang ein kleines technisches Problem, so dass man Maza zu Beginn nicht so hören kann, wie sie es verdient. Als dieses Problem allerdings behoben ist, kann die Show richtig losgehen – und Maza zeigen, dass der Hype um ihre Person durchaus gerechtfertigt ist.
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Eine klassisch ausgebildete Musikerin ist Maza sicherlich, eine gewöhnliche keinesfalls. Sie spielt mit enormer Leidenschaft und dem Feuer ihrer kubanischen Heimat, mindestens ebenso oft stehend wie sitzend. Mal zupft sie, mal streicht sie, oft genug tanzt sie mit ihrem Cello, mit dem sie eigenen Aussagen zufolge mehr Zeit verbracht hat als mit jeder anderen Person in ihrem Leben. Aus ihrem Cello strömen Salsa, Bossa Nova und Cha-Cha-Cha, aber auch dem Tango Nuevo von Astor Piazolla erweist Maza ihre Reverenz, unterstützt von der exzellenten Perkussion Jay Kalo, ihrer Mutter Myrza Sierra an der Gitarre und vor allem von Pianistin Mily Perez, die die Musik im Hintergrund zusammenhält und parallel dazu als Backgroundsängerin fungiert. Denn ja, Ana Carla Maza beschränkt sich nicht nur auf ihr Instrument. Immer wieder singt sie eigene Stücke und kubanische Volkslieder voller Leidenschaft und Verlangen, aber auch voller Vergebung und Vertrauen. Selbst schwere Schicksalsschläge würde man dank der Musik irgendwann überwinden, sagt sie. Und dreht auf. Immer mehr steigert sie sich, immer wilder wird die Musik, immer deutlich wird das Konzert zu einer Feier des Lebens. Das ist klasse. Das ist Kuba.
Termine
20.3., Pantheon: Sousou & Maher Cissoko
21.3., Beethovenhalle: Ana Moura & Beethoven Orchester Bonn
22.3., Harmonie: Lucas Santtana
27.3., Lutherkirche Köln: Ismael de Barcelona & Friends
28. + 29.3., Harmonie: Quadro Nuevo + Marion & Sobo
18.4., Telekom Forum: Karsu
21. + 22.4., Harmonie: Akkordeonale
24.4., Rüngsdorfer Kulturbad: Mitsune
25.4., Rüngsdorfer Kulturbad: Gert Kapo Quartet
26.4., Rüngsdorfer Kulturbad: Estrella
28.4., Pantheon: Luiza
29.4., Pantheon: Lina Bo & Friends
1.6., Philharmonie Köln: „La Nuit d’Afrique“ mit den Local Ambassadors, Babaa Maal, Wolfgang Niedecken und vielen mehr.














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