Adam Green: Charismatischer Folk-Rebell

Frauen nehmen in Adam Greens Schaffen einen ganz besonderen Platz ein: Der US-amerikanische Liedermacher mit dem traurigen Dackelblick hat seine Karriere zu einem nicht unerheblichen Teil Emily, Carolina und Jessica zu verdanken. Ihnen und anderen hat er Lieder gewidmet, die so unschuldig klingen und es doch nicht sind. Kein Wunder, dass Green – ursprünglich neben Kimya Dawson Frontmann der Band The Mouldy Peaches – weiterhin der Antifolkszene zugerechnet wird, in der das klassische Singer-Songwritertum mit dem rebellischen Geist des Punk vermischt wird. Jetzt ist der 44-Jährige zu Gast im rappelvollen Gebäude 9. Und fühlt sich dort schon wie zu Hause.

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Es ist bereits das vierte Mal, dass Green in der ehemaligen Fabrikhalle nahe des Messegeländes auftritt. Er weiß, was er an seinen Fans hat, die ihm stets treu geblieben sind und die er deshalb auch zumindest in den ersten Reihen per Handschlag begrüßt. Hier, an diesem Abend, ist man unter Freunden. Und denen gibt man gerne, was sie sich wünschen. Direkt am Anfang, bei „Falling Around“, wird das Publikum mit einbezogen, direkt im Anschluss folgt mit „Emily“ der wahrscheinlich bekannteste Hit des charismatischen Musikers. Ein schöner, schmissiger Gute-Laune-Song, der eigentlich viel zu brav klingt, zumindest im Vergleich zu so manchen anderen Stücken aus dem Repertoire. „Gemstones“ ist da schon anders, rhythmisch und stilistisch verrückt, absurd, clownesk. Gleiches gilt für „Houseface University“ mit japanischer Melodik und irischem Anstrich – wobei das auch daran liegen mag, dass Geiger Jesse Kotansky einfach leidenschaftlich gerne dem Folk frönt. Beziehungsweise dem Antifolk.

Auf jeden Fall ist die Stimmung famos. Irgendwann zieht die Band sich zurück, während Adam Green mit seiner Gitarre auf der Bühne bleibt und ein paar Publikumswünsche erfüllt, bevor schließlich mit „Downloading Porn“ auch ein Peaches-Song erklingt. Noch ein paar weitere Nummern, dann ist irgendwann Schluss. Muss sein. Immerhin hat Green zu seinem Leidwesen in der Kölner Innenstadt keinen Jecken mehr angetroffen – dafür will er aber auf Anraten eines Kellners im Brauhaus Früh unbedingt noch zu einer Nubbel-Verbrennung. Da lässt man ihn in Köln doch gerne ziehen. Zumal die Chancen gut stehen, dass er wiederkommen wird. Mit Carolina. Mit Jessica. Und mit Emily.

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