Fabian Lampert: Im Bann der Allergene

Fabian Lampert hat es nicht leicht. Ursprünglich hatte der 28-Jährige ja eine Karriere als Rockstar anvisiert, aber mit Asthma und Schlaf-Apnoe? Kein Rauchen, kein Kiffen, dafür eine Atemmaske zum Schlafen – wie soll man da denn ein Image aufbauen? Zumal die Liste seiner Einschränkungen ja noch weitergeht. Milch, Eier, Nüsse und Gluten sind ebenfalls tabu, so dass auch eine Zukunft als Bäcker keine Option ist. Und immer nur Regale bei Norma oder Aldi einräumen, ist auch nicht ohne. Also Plan K: Komiker. Dafür braucht man nur ein gesundes Selbstbewusstsein, eine Bühne und ein paar Probleme, über die man sprechen kann. Passt. Und so steht Lampert jetzt mit seinem ersten Solo-Programm „Einer dieser Abende“ auf der Springmaus-Bühne und erzählt dem Publikum von seinem ganz persönlichen Kryptonit. Was erfreulicherweise überaus unterhaltsam ist. 

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Mit seinen Schwächen hat sich Lampert natürlich längst ausgesöhnt und macht das Spiel mit ihnen zu seiner Stärke. Auch wenn das nicht immer leicht ist. Beim Dating sind Allergien, Asthma und Apnoe immerhin ziemlich abtörnend (ähnlich hat sich im Vorprogramm schon Alex Graf geäußert, und der leidet „nur“ an Zwangsstörungen und einer Begeisterung für Mathematik). „Ich klinge im Bett wie eine Dunstabzugshaube“, sagt er. Oder wie Darth Vader, nur nicht so cool. Ist aber immer noch besser, als Angst vor nächtlichen Atemaussetzern zu haben. Und ermöglicht Lampert immerhin eine Bühnenkarriere, auch wenn ein paar zusätzliche Themen mittelfristig ganz hilfreich wären – die Discounter-Erfahrungen nicht mitgerechnet, die der charmante Comedian nicht missen möchte. „Ich habe aus dem Schlimmsten das Beste gemacht“, sagt er. Und das soll immerhin erst der Anfang sein. Der Auftritt in Bonn ist für Lampert schließlich erst der fünfte Solo-Abend, insofern dürfte da noch Luft nach oben sein. Seine lockere Art und sein gutes Gespür für Timing sind aber schon jetzt bemerkenswert, ebenso wie die Tatsache, dass er auf billige Zoten und dahergelaufene Pointen aus der Gosse verzichtet. Keine Flachwitze, keine Kalauer, kein Fremdschämen. Selbstverständlich ist das nicht. Aber überaus erholsam.

Zwischendurch erzählt Fabian Lampert natürlich noch von seiner Familie. Die kommt aus Bayern, mit Einschlägen aus dem Badischen, womit übrigens auch jegliche Serienmörder-Tendenzen von vornherein ausgeschlossen sein dürften – mit dem Akzent nimmt man doch keinen Psychopathen ernst. Andererseits, wer einen Hobby-Rennfahrer und Kniffel-Königin FlottesBienchen23 in der Verwandtschaft hat, sollte vielleicht nichts ausschließen. Wer weiß schließlich, ob und wenn ja wie lange die Comedy-Schiene gutgeht. Das Publikum in der Springmaus ist Lampert auf jeden Fall sehr zugetan. Was gute Voraussetzungen für eine Rückkehr sind.

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