Tom Gaebel: Weihnachtliches Wunschkonzert

Weihnachten ist die Zeit der Geschenke, zumindest wenn es nach Tom Gaebel geht. Der charismatische Sänger, einer der besten Crooner des Landes in den Fußstapfen von Frank Sinatra und Dean Martin, legt auf diese Tradition großen Wert – und nimmt sich selbst am meisten in die Pflicht. So auch in Bonn. Wie schon in den vergangenen Jahren ist Gaebel samt seinem Orchester in die Bundesstadt gekommen, um in der ausverkauften Oper das Publikum in die richtige Stimmung zu versetzen und um so ganz nebenbei allerlei Wünsche zu erfüllen. Ein Angebot, dass so mancher im Saal bereitwillig annimmt und so den Abend zu etwas Einzigartigem macht.

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Schon zu Beginn legen etliche ausgefüllte Wunschkarten in den dafür vorgesehenen Körben auf der Bühne, und Gaebel, der die Menge mit ein paar swingenden Klassikern direkt in Weihnachtsstimmung brachte, zögerte nicht lange. Gleich zu Beginn holt er den neunjährigen Joschi für ein Duett auf die Bühne (so wie schon im Jahr zuvor), ebenso wie ein Pärchen, das es sich an der extra aufgebauten Cocktailbar bequem machte. Funkelnde Kinderaugen und ein paar Drinks, dazu ein Medley von Ol’ Blue Eyes – besser kann ein Konzert kaum beginnen. Wobei Gaebel und Co schon versuchen, den musikalischen Schwerpunkt auf Weihnachtsliedern zu belassen, auch wenn das nicht bedeuten muss, dass die Band ausschließlich besinnlich spielt.

 

Ganz im Gegenteil: Vor allem mit den amerikanischen Songs kommt Freude auf, mit „Santa Claus Is Coming To Town“ etwa oder mit einer kernigen Country-Version von „Merry Christmas Everyone“. Die Musiker, von denen im Laufe des Abends fast jeder einmal ins Rampenlicht darf oder muss, spielen befreit auf und haben sichtlich Spaß, während Gaebel mal augenzwinkernd herumalbernd und dann wieder perfekt intonierend seine sonore Stimme wie Honig in sämtliche Gehörgänge tropfen lässt. In gewisser Weise war es also eine gute Entscheidung, vor 25 Jahren seine Posaune an den Nagel zu hängen, auch wenn er die Entscheidung – so sagt er zumindest – mitunter bereut. Immerhin, spielen kann er sie noch immer, auch wenn er zunächst mit seinem angeblichen Dilettantismus kokettiert und sein Licht unter den Scheffel stellt. Völlig unbegründet.

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In diesem Stil geht es weiter. Nach der Pause nimmt eine kleine Geburtstagsrunde an der Bar Platz und steuert bei einem Latin-Medley für all jene armen Menschen, die Weihnachten am Strand verbringen, sogar eine kleine Hand-Choreographie bei. Zwischen Chris Rea und den drei Gaebelettes (ein Herren-Trio, das aus der Bläser-Sektion der Band besteht) ist auch Zeit für ein Stück von Ed Sheeran, dem Gaebel eigenen Angaben zufolge für diesen Abend explizit abgesagt hat, weil er den Applaus des Bonner Publikums nicht teilen möchte. Ist halt so. Gaebel ist eh der bessere Sänger, zumindest so lange er nicht so hetzt wie gegen Ende, als er Klassiker wie „In der Weihnachtsbäckerei“ oder „Lasst uns froh und munter sein“ gefühlt im doppelten Tempo spielen lässt.

 

Andererseits will der 50-Jährige ganz bewusst noch einmal das Tempo anziehen, immerhin steuert er auf das große Finale zu, mit King Louies legendärem Dschungelbuch-Hit „Ich wär so gern wie du“ und diversen Soli und „Call and Response“-Experimenten, letztere natürlich immer unter Mitwirkung Gaebels, der mit dieser Tour de Force das Publikum in Jubelstürme ausbrechen lässt. 


Das kann sich schon jetzt doppelt freuen: Im kommenden Jahr kommt Gaebel mit seiner autobiographischen „Kleiner Junge, große Reise“-Tournee ins Theater am Tanzbrunnen. Und kurz vor Weihnachten wird er, sofern nicht irgendwas dazwischenkommt, wieder in der Bonner Oper auftreten. Und Wünsche erfüllen. 

Termine in der Umgebung

8. März 2026, 19 Uhr, Rhein-Mosel-Halle Koblenz

21. April 2026, 20 Uhr, Theater am Tanzbrunnen Köln

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