Der Tod: Spaß im Jenseits

Der Schnitter und das Fest der Liebe – wie soll das zusammenpassen? Eigentlich sehr gut, sagt zumindest der Tod höchstselbst. Ist nicht weniger skurril wie Jungfrau und Kind. Und feiern kann man auch im Jenseits, oft genug sogar mit Verwandten, die man seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Die Lebenden müssen also keine Angst haben, und genau das bezweckt der Tod (seine wahre Identität möchte der Künstler unter der Kutte geheim halten)  schließlich auch mit der Weihnachtsausgabe seiner „Death Comedy“, mit der dieser jetzt im restlos ausverkauften Haus der Springmaus zu Gast ist. Seit gut zehn Jahren betreibt er eine Marketing-Kampagne, um sein Image zu verbessern, und ist damit von Jahr zu Jahr erfolgreicher. Kein Wunder angesichts des Personals im Himmel und auf Erden: Oben David Bowie, Beethoven und Lemmy Kilmister, unten Friedrich Merz, Elon Musk und Donald Trump. Da fällt die Wahl ganz leicht. 

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



An Lob für das Jenseits mangelt es dem Tod also nicht. An schwarzem Humor und bissigen Wortspielen ebenso wenig. Er ist halt ein Entertainer, selbst wenn er nicht in Versalien sondern eher mit einer Helium-Stimme spricht. Für ein paar Gesangseinlagen reicht es aber, zumal das Publikum ihn gerne dabei unterstützt, klassische Weihnachtslieder mit neuem Text zu versehen oder zum Apokalypse-Party-Song ausgelassen zu tanzen. Musikalisch ergänzt wird das Programm zudem durch die Kölner Kabarettistin Coremy, die mit funkelnden Augen ein Kükenschredder-Lied singt und damit sogar den Tod übertrumpft. Dafür muss sie später dann gegen Good ol’ Todie in einer Partie „Stadt, Land, Schluss“antreten. Tja, wer anderen ein Ei legt…

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Auf jeden Fall hat der Tod seinen Spaß, und das Publikum ebenfalls, vor allem wenn der Gevatter aus dem Sensenkästchen plaudert und etwa berichtet, wie er dem Weihnachtsmann einen Besuch abgestattet hat und warum dieser seitdem durch jeden noch so engen Kamin passt. Oder wie er sich über die Reiserücktrittsversicherung von Jesus geärgert hat. Von den Hindus ganz zu schweigen. Selbst im Haus des Schnitters läuft eben nicht alles rund. Dennoch klingt sein Job offenbar so verlockend, dass eineFrau aus dem Publikum fragt, ob sie ihm nicht zur Hand gehen könne. Selbst als Kindergärtnerin hat man schließlich noch Träume. Eine Zusage kann der Tod ihr allerdings nicht geben, zumal selbst er nicht frei entscheiden kann, wen er wann zu sich holt. Selbst Trump ist vorerst vor ihm sicher, das allerdings in erster Linie aus marketingtechnischen Gründen – das Jenseits soll schließlich auch in Zukunft attraktiv bleiben. Und für alle offen. 


Termine

Der Tod kehrt am 8.4.2026 mit seinem regulären Programm ins Haus der Springmaus zurück. Coremy wird erst am 24.2.2027 kommen.

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