Die Schlagzeugmafia: Kriminell gute Rhythmustruppe

Mit druckvollen Beats tut sich Bonn ja bekanntlich schwer. Darf man machen, soll aber keiner hören. Insofern passt es wie die Faust aufs Auge, dass beim Auftritt der Schlagzeugmafia im Pantheon eine (imaginäre) Nachbarin sogar die Polizei ruft, um dem kriminellen Trommler-Quintett Einhalt zu gebieten. „Silenzio“ heißt es immer wieder, Schluss mit dem leidenschaftlichen Krach, und wer nicht spurt, wird zur Ordnung gezwungen. Doch da haben die Ordnungshüter die Rechnung ohne die Macht des Rhythmus gemacht, der Joda Foerster, Bino Engelmann, Jonny König, Ben Jost und Lorenz Schimpf antreibt und der den Puls von Freiheit enthält. Mit ihm ist alles möglich, egal was die Behörden denken. Das nutzen die schlagfertigen Fünf aus, geben von der ersten Sekunde an Vollgas, grooven sich in die Herzen des Publikums und beweisen eindrucksvoll, dass eine gute Show auch ohne Melodien auskommt. Zumindest so lange genug Trommeln vorhanden sind.

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Die Show der fünf Perkussionisten ist wirklich hervorragend: So pulsierend wie die Blue Man Group und so komisch wie Starbugs Comedy vermischt die Schlagzeugmafia in „Backstreet Noise“ das gesamte Spektrum der Perkussion mit ausdrucksstarkem, pantomimischem Slapstick. Auf diese Weise nehmen sie das Publikum mit in die nur grob skizzierte Handlung, in der das Quintett wegen Ruhestörung angezeigt wird, sich mit einer Dosen-Bazooka zur Wehr setzt und die Polizei in einer wilden Verfolgungsjagd abzuhängen versucht, die selbst den Blues Brothers zur Ehre gereicht hätte. Dabei ist den charmanten Trommel-Gangstern jedes Mittel recht, schließlich können sie mit allem musizieren. Auch mit Weingläsern oder Hosenträgern. Und mit dem Publikum, das mehrfach in das Programm eingebunden wird und bereitwillig seinen Enthusiasmus und seine Begeisterung in klare Formen pressen lässt, indem es mitklatscht oder auf Kommando Rufe der Begeisterung ausstößt. 

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Die hat sich die Schlagzeugmafia schließlich redlich verdient. Jeder Schlag sitzt, egal wie komplex die Choreographie ist, alles greift perfekt ineinander und erzählt eine Geschichte, die immer absurder wird. Vor allem nach der Pause wird das Spiel der Fünf zunehmend körperlich, mit einem clownesken Boxkampf, einer Marionetten-Nummer und vor allem mit einer Leiche, die einfach nicht das tut, was man von ihr erwartet. So kann das doch nicht weitergehen. Also versuchen die verbleibenden Schlagzeug-Paten, ihren gefallenen Bruder wieder zum Leben zu erwecken und die Familie auf diese Weise wieder zusammenzubringen. Was leichter gesagt als getan ist. Doch wenn jemand ein Herz wieder zum Schlagen bringen kann, dann sind es diese Mafiosi. Und so sind am Ende alle auf den Beinen, auf und vor der Bühne, wo das begeisterte Publikum stehende Ovationen spendet.


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