Der Physiopath: Therapie für alle

„Ich hab Rücken“: Diese Aussage kennt Frédéric Newnham nur zu gut. Der Physiotherapeut und Osteopath kennt sich bestens aus mit all den kleinen Wehwehchen der Deutschen, mit Fehlstellungen, Verspannungen und sonstigen Einschränkungen des Bewegungsapparates. Doch dagegen will er etwas tun, und zwar nicht nur in seiner Berliner Praxis. Seit rund zwei Jahren ist Newnham daher als „Physiopath“ nicht nur auf TikTok und Instagram sondern auch auf zahlreichen Kleinkunstbühnen unterwegs, um mit einer Mischung aus Humor und Fachwissen sein Publikum zu therapieren oder um ihm zumindest zu zeigen, wie er oder sie sich selbst helfen kann. Jetzt war er im Pantheon zu Gast – und mobilisierte den ganzen Saal.

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Eigentlich wissen ja alle, was sie tun müssen. Genug Bewegung, eine gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und Ruhe im Alltag sind die Zutaten für ein gutes Leben. Ganz einfach. „Warum machen wir das dann nicht?“, fragt Newnham und liefert gleich die Antwort mit: „Weil einfach eben nicht immer einfach ist.“ Vor allem, wenn man sich dafür umstellen muss. Veränderungen sind schwer und erst einmal unbequem. Andererseits braucht es mitunter nur ein paar kleine Tricks, um viel zu bewirken. Und die zeigt Newnham bereitwillig, gerne am lebenden Menschen. Immer wieder holt er Besucherinnen und Besucher zu sich auf die Bühne, macht ein paar einfache Übungen und chiropraktische Anwendungen und greift dabei sowohl auf manuelle Therapie als auch auf ein paar Suggestionstechniken zurück. Alles, was hilft. „Ich wünsche mir eine aktive interdisziplinäre Medizin“, betont Newnham, der zur Diagnostik sogar auf die umstrittene alternativmedizinische Kinesiologie zurückgreift. „Ich glaube daran“, sagt er. Und bislang habe dieser Ansatz zumindest noch niemandem geschadet.

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Immerhin: Die meisten Konzepte Newnhams kann dieser sehr gut vermitteln, nicht zuletzt anhand des Skeletts auf der Bühne. So erklärt er, warum die Halswirbelsäule oder auch der Kiefer für Schmerzen in der Ferse sorgen können und was die Augenmuskeln mit Nackenschmerzen zu tun haben. Da muss man auch erst einmal drauf kommen. Genau das ist es, was Newnham antreibt: „Ich liebe die Suche nach dem Täter“, gesteht er, und dafür sind ihm eben alle Mittel recht. Als Profi würde er sich aber auch nach mehr als 25 Jahren Berufserfahrung nicht bezeichnen. „Ich lerne ständig etwas dazu“, sagt er. Etwa, dass Humor tatsächlich heilsam sein kann. Singen auch. Immerhin gelingt es Newnham, das Pantheon-Publikum zu den Klängen von Neil Diamonds „Sweet Caroline“ zum Ringelpiez mit Anfassen zu animieren. Auch das ist eine erfolgreiche Mobilisierung – die sich wiederholen soll. Am 24. September 2026 wird der Physiopath mit einem neuen Programm ins Pantheon zurückkehren.


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