Tim Fischer: Eine Verneigung vor der Knef

Für sie sollt’s rote Rosen regnen, und für ihn auch: In seinem aktuellen Bühnenprogramm widmet sich Chansonnier Tim Fischer der Kult-Schauspielerin und Sängerin Hildegard Knef, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte. Sie, die wegen ihrer Rolle in dem Film „Die Sünderin“ in Deutschland massiven Gegenwind bekam, konnte mit ihrer rauchig-schnodderigen Stimme und ihren oft selbstironischen Texten eine zweite Karriere aufbauen, mit der sie viele Künstlerinnen und Künstler inspirierte – darunter auch Fischer, der jetzt im Kölner Gloria ein fantastisches Konzert gegeben hat, natürlich mit etlichen Hits. Und auch mit ein paar Überraschungen.

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Für Fischer ist die Beschäftigung mit der Knef in gewisser Weise eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Mit fünf Jahren ist er mit ihrer Musik in Berührung gekommen und war fasziniert von einer Frau, die überaus sinnlich sein und zugleich sehr maskulin klingen konnte. So ist es auch keine Überraschung, dass der 52-Jährige im Pailettenkleid auf die Bühne kommt, mit langen blonden Haaren und dichten Wimpern. Doch kopieren will Fischer die Knef nicht. 

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Er interpretiert sie, übernimmt einige Manierismen und auch die ein oder andere Phrasierung, bleibt sich aber zugleich selbst treu. Stimmlich ist Fischer ohnehin zu allem fähig, kann verletzlich und schwermütig singen, aber auch forsch, schneidend und augenzwinkernd. Vor allem letzteres beherrscht den Abend: Angefangen von deutschen Fassungen von „The Lady Is A Tramp“ und „Let’s Do It“ über das kecke „Na Und“, nach dem das Programm benannt ist, bis hin zu eher unbekannteren Songs a la „Er setzt mich von der Steuer ab“ sorgen Fischer und seine exzellente Band für Stimmung. Und natürlich erklingt auch „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ – eine Aufforderung, der man tatsächlich nachkommen müsste. Für die Knef. Und für Tim Fischer.


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