Der Bonner Jazzchor bleibt sich und dem Pantheon treu: Obwohl er erst vor einem Monat zusammen mit dem dänischen Vokal-Ensemble Vocal Line die Kölner Philharmonie ausverkauft hat, ist es für die Sängerinnen und Sänger eine Selbstverständlichkeit, wie in jedem Jahr auch dem Beueler Kleinkunsttempel einen Besuch abzustatten. Und auch diesmal sind sie nicht allein gekommen. Mit Nabla hat der BJC erneut Besuch aus Dänemark erhalten, einem vergleichsweise neuen Chor unter der Leitung der ehemaligen Co-Dirigentin und Arrangeurin von Vocal Line, Line Groth. So schließt sich der Kreis. Natürlich ist auch dieses Doppelkonzert voll geworden – und das zu Recht. Denn was die beiden Klangkörper an diesem Abend präsentieren, ist einfach fantastisch.
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Eigentlich gibt es zum Bonner Jazzchor nicht mehr viel zu sagen. In den vergangenen 22 Jahren hat er sich zu einer der besten a-capella-Formationen Deutschlands und darüber hinaus gemausert, was diverse Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben belegen. Perfekte Harmonien, eine überzeugende Dynamik und exzellentes Timing gehören längst zum Selbstverständnis, was angesichts von 45 Mitgliedern nur noch beeindruckender ist. Ebenso exzellent sind die Solistinnen und Solisten, insbesondere Judith Koch und Jan-Willem Beeren, die bei „Whisper Not“ perfekt aufeinander eingestimmt sind. Brillant sind aber auch „Uninvited“ von Alanis Morissette und „If I Dare“ von Sara Bareilles, die beide vom zusätzlichen Klangvolumen profitieren und für tosenden Applaus sorgen.
Nach der Pause ist es dann Zeit für Nabla. Und die legen die Messlatte gleich noch ein bisschen höher. Herrlich, mit welcher unbeschwerten Leichtigkeit sie Jacob Colliers „Little Blue“ singen, nur um dann bei „Want Me Back“ Vollgas zu geben, ihre Tenöre zu stützen und zugleich ihrem Beatboxer Raum für ein phänomenales Solo zu geben. Das Publikum klatscht enthusiastisch mit – das ist dem Bonner Jazzchor bei aller technischen Brillanz nicht gelungen. Dagegen fällt Rio Reisers „Junimond“ leider etwas ab: Weder die Intonation noch das Arrangement an sich sind auf dem sonst sehr hohen Niveau. Es soll allerdings der einzige Kritikpunkt bleiben. Das bewegende „Et hav af udstrakte hænder“ ist wieder ein Genuss, ebenso wie „Falconer“, das Nabla unverstärkt inmitten des Publikums anstimmt und so herrlich zerbrechlich singt, dass auch nach dem letzten Ton die Stille für einige Sekunden bestehen bleibt. Nach zwei weiteren Titeln holt Nabla schließlich für „Make You Feel My Love“ den BJC zurück auf die Bühne und erwidert damit die Geste der Bonner Gastgeber, die am Ende des eigenen Sets die Däninnen und Dänen für „Don’t Wanna Dance“ zu sich gebeten haben. Wie zu erwarten war und ist beides ein Fest, das zahlreiche begeisterte Besucherinnen und Besucher zurücklässt, die sich mit tosendem Applaus bei beiden Chören bedanken.











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