Bywater Call: Aretha lässt grüßen

Aller guten Dinge sind drei, heißt es ja bekanntermaßen. Das gilt offenbar auch für Konzerte. Nach einem phänomenalen Auftritt beim WDR Rockpalast Crossroads-Festival im Jahr 2023 sowie einer umjubelten Rückkehr der Kanadier anno 2024 ist die Formation um Sängerin Meghan Parnell und Gitarrist Dave Bernes erneut nach Endenich gekommen – und erweist sich nicht nur in ihrer Heimat als stärker denn je. Das Septett hat die ihm eigene Mischung aus Southern Rock, Blues und Soul noch weiter verdichtet, spielt zielsicher auf den Punkt und sorgt letztlich für einen der besten Harmonie-Gigs der vergangenen Jahre, bei dem alles zusammenfindet, technische Brillanz ebenso wie unbändige Leidenschaft und ein blindes Verstehen untereinander. Was für ein Abend. Was für ein Konzert. Was für eine Band.

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Ein perfektes Zusammenspiel und stilistische Vielseitigkeit waren schon immer ein Markenzeichen von Bywater Call. Mal schwingen die Black Crowes mit, mal die alten Folkrock-Heroen von Crosby, Stills und Nash – und darüber schwebt der Geist von Aretha Franklin und erfreut sich an dem kraftvollen, vom Soul erfüllten Gesang Parnells. Diese singt mühelos gegen die Bläser an, gegen die virtuosen Läufe von Bernes und gegen das Trommel-Dauerfeuerwerk von Bruce McCarthy, der sich gleich mehrfach mit einigen eindrucksvollen Soli ins Rampenlicht spielt. Ohnehin kommt jedes Bandmitglied auf seine Kosten. Herrlich, wie Trompeter Stephen Dyte recht früh am Abend ein Wechselspiel mit Bernes beginnt und sich dabei fast die Seele aus dem Leib improvisiert oder wie sich bei „Left Behind“ eine Instrumental-Partie an die nächste reiht. In diesen Momenten tritt Meghan Parnell dann in die Schatten, lässt ihr Kollegen machen, nur um kurze Zeit später wieder zum Mikrofon zu greifen und sich mühelos über das wilde Spiel zu erheben. Dabei kann sie durchaus zur Rockröhre mutieren, aber auch geradezu lyrisch klingen oder sogar ganz zerbrechlich und verletzlich, wenn die Band schweigt und Parnell ganz unverstärkt alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. „Ist das schön“, kommentiert dies ein Gast nach dem Ende der Nummer. Wie wahr.

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Natürlich darf auch das Publikum ab und zu ran. Bei der vom Country geprägten Nummer „Sweet Maria“ darf es explizit mitsingen und lässt sich nicht lange bitten. Ohnehin ist die Menge im Saal geradezu verzaubert von dem, was Bywater Call in rund 100 Minuten (plus Pause) abliefert. Zu recht. Bei diesem Konzert hat einfach alles gestimmt. Klar ist: Wer zu Beginn des Abends noch kein Fan der Kanadier war, ist es am Ende zweifelsfrei. Da trifft es sich gut, dass sich die Band in Deutschland im Allgemeinen und in der Harmonie im Besonderen sehr wohl fühlt und keinen Zweifel daran lässt, dass sie wiederkommen will. Ein genauer Termin steht zwar noch nicht fest, aber spätestens im Mai 2026 sind Bywater Call wieder in Deutschland unterwegs.


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