Die Stimmung ist gut an diesem Abend. Wie auch sonst angesichts von zehn Künstlerinnen und Künstlern, die bereits im Rahmen des 35. Cologne Comedy Festivals aufgetreten sind oder noch auftreten werden und die sich natürlich nicht die Gelegenheit entgehen lassen, bei „Köln lacht“ noch einmal für sich zu werben. Und zugleich den Veranstaltungsmarathon zu feiern. Immerhin ist besagtes Festival längst das größte seiner Art in Deutschland, mit mehr als 150 Shows und rund 200 Künstlerinnen und Künstlern. Eine eindrucksvolle Bilanz – die der Abend in der Stadthalle Köln unterstreicht.
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Tatsächlich ist „Köln lacht“ zwar lang, aber zugleich kurzweilig, zu einem nicht unerheblichen Teil dank der souveränen, gelassenen und komischen Moderation von Jan van Weyde, der immerhin einige Technikprobleme bei der von WDR 5 aufgezeichneten Show umschiffen muss. Vor allem die Live-Schaltung per Smartphone nach Berlin, wo Till Reiners während eines Auftritts den Deutschen Comedypreis 2025 erhält, wird aufgrund von Störungen zu einer Blamage: Weder die Laudatio noch die Dankesrede sind zu verstehen. Die trockenen Kommentar von van Weyde dafür zum Glück um so besser. Dagegen wirken die Sprünge in der Videobotschaft von Hazel Brugger, die zuvor für ihre Moderation des Eurovision Song Contests 2025 ebenfalls besagten Preis zugesprochen bekam, ja fast schon professionell. Ohne diese wäre die im rosafarbenen Kanzlerinnen-Modus präsentierte Ansprache aber sicherlich noch um einiges schöner gewesen.
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Zum Glück haben die Künstlerinnen und Künstler vor Ort nicht mit derartigen Widrigkeiten zu kämpfen und können daher die Vielfalt der deutschen Comedy-Szene präsentieren. So analysiert Markus Henrik alias Dr. Pop einmal mehr die deutsche Musikszene von Rap über Techno bis hin zu Schlager, um faszinierende Zusammenhänge und abstruse Texte hervorzuheben. Dank ihm hört man Anton Bruckner in „Seven Nation Army“, japanische Meditationsflöten in Electrodance-Projekten und Tschernobyl-Verweise bei den Kastelruther Spatzen. Besonders abstrus ist übrigens eine Zeile von Rapper Juri: „Die Zeit läuft wie die Nase meiner Tochter.“ Na dann, Gesundheit.
Vor allem für Newcomer ist ein Auftritt bei „Köln lacht“ eine große Chance. Man muss sie nur nutzen. Was Anissa Loucif mühelos gelingt. Die junge Comedienne überzeugt mit trockenem, nonchalantem Humor und selbstbewusster Haltung, während sie aus ihrem Leben als Anästhesistin und Muslima erzählt. Zugegeben, sie bedient vor allem Klischees, dies aber mit einer so erfrischenden Art, dass selbst alte Pointen wieder Spaß machen. Noch ein bisschen mehr Stringenz, dann stehen ihr alle Türen offen. Letzteres könnte auch Freddy Ekué vertragen, vor allem wenn ihn dies davon abbringen könnte, ständig seinen echten Namen Ekué Frédéric Ekouezoun-Ayih in den Mittelpunkt zu stellen, auch wenn dieser für ihn als bekennenden Legastheniker sicherlich eine besondere Herausforderung bereithält. Dann doch lieber mehr von den Alpakas seiner Mutter, die ihm den Rang streitig machen.
Mitunter wird es an dem Abend auch politisch. So plädiert Lennard Rosar angesichts der gesellschaftlichen Polarisierung für mehr Hoffnung, statt den Kopf in den Sand zu stecken und sich zu denken, dass man eh nichts ändern könne.
Noch überzeugender und eindringlicher äußert sich allerdings Pam Pengco: Die forsche Dragqueen warnt explizit vor den Vorurteilen und Bedrohungen, denen die Mitglieder der LGBTQ+-Community immer noch ausgesetzt sind. „Es gibt Uber-Fahrer, die fahren einfach weiter, wenn sie mich in meinem Outfit sehen“, beklagt sie und geht auf ihre Weise dagegen vor: Indem sie Unruhe reinbringt. In Dates, in die Suche nach vermissten Haustieren und in Veranstaltungen der AfD. Gut so.
Überaus informativ erweist sich derweil der kurze Beitrag des Juristen Christian Solmecke, der ein wenig aus dem Alltag plaudert, etwa vom normierten Fassungsvermögen von Kondomen (18 Liter, die EU macht es möglich), von gerichtlichen Empfehlungen in Bezug auf Sexualpraktiken in einem Einzelbett und vom Parken in der zweiten Reihe – da sollte man tunlichst auf den Warnblinker verzichten, denn der kostet laut Gebührenordnung extra. Beiträge von Lisa-Marie Fritz alias Schlongonges, Ben Schafmeister und Hugo Egon Balder runden den Abend ab. Bleibt nur noch einer zu erwähnen: Konstantin. Der 12-Jährige in der ersten Reihe wird unerwartet zum eigentlichen Star des Abends und zum permanenten Ansprechpartner sowohl von Jan van Weyde als auch von Ben Schafmeister, akzeptiert diese Last aber stoisch. Respekt.

















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