Duisburger Philharmoniker: Grenzenloses Kammerkonzert

Auf der Bühne der Philharmonie Mercatorhalle herrschte eine Stimmung wie bei einem alten MTV Unplugged-Konzert: Vor den abgehängten Wänden sorgten große Scheinwerfer mit warm-gelbem Licht für eine gemütliche Stimmung, die sich auf den Zuschauerraum übertrug. Das 2. Kammerkonzert der Duisburger Philharmoniker am vergangenen Freitag beinhaltete Ungewöhnliches: So war es das erste von insgesamt vier Konzerten im Rahmen der Kammerkonzerte, das transkulturell ausgerichtet ist – eine Neuerung in dieser Spielzeit, die das ungewöhnliche Profil des Orchesters verdeutlicht. Musikalische Gastgeberin war an diesem Abend die indische Sängerin Kamalini Mukherji, die bereits im 10. Philharmonischen Konzert des Vorjahres sowie einer Indischen Nacht überzeugte.

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QUATSCH KEINE OPER präsentiert



Mukherji gehört zu den führenden Interpretinnen der Texte und Musik des Universalgelehrten Rabindranath Tagore (1861 – 1941), der sich schon zu seiner Zeit mit dem Brückenbau zwischen Indien und Europa auseinandergesetzt hat. In einem aufwändigen Projekt gelang das Mukherji und ihren musikalischen Gästen auf der Bühne: „Wenn ein Reisender in einer Herbstnacht…a musical journey with Tagore across borders“ lautete das Motto des Abends, in dem das Sprengen von Grenzen wörtlich genommen wurde. Moderiert wurde das Konzert von Mukherji selbst, die die Lieder Tagores erläuterte sowie musikalische Hintergründe gab. Nach und nach füllte sich das Podium, als sie zunächst Sandip Sengupta (Esraj) und Partha Mukhopadhyay (Tabla) auf die Bühne bat. Ergänzt wurde dieses Trio dann von Soumyajyoti Ghosh (indische Flöte). Nach und nach gesellten sich dann mit dem Community Musician Koray Berat Sari (Bağlama, Duduk) und dem Perkussionisten Syavash Rastani, Saxophonistin Asya Fateyeva, Gitarrist José Quevedo „Bolita“, Alissa Margulis (Violine) und Wolfgang Schindler (Violoncello) immer mehr westliche Instrumente hinzu. In den verschiedensten Besetzungen erklangen so die Werke von Tagore. Dass dieser ungewöhnliche Mix gelang, war nicht zuletzt Sari zu verdanken, der alle Arrangements geschrieben hatte. Auf diese Art und Weise wurde das 2. Kammerkonzert nicht nur zu einem einmaligen musikalischen Erlebnis, sondern vielmehr zu einem Projekt, das eindrucksvoll zeigte, das Musik Grenzen sprengen kann – zu Tagores Zeiten und heute in Duisburg.

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