Die Feisten: Spaß mit Namen

Auf Namen sind die Feisten ganz versessen. Abstruse oder gewöhnliche Namen, das ist zweitrangig. Dem Liedermacher-Duo geht es ohnehin nur um ihre Funktion. Denn wer einen Namen hat, der hat schließlich auch eine Geschichte, und selbst wenn diese vor Klischees nur so strotzt, lässt sich diese doch nur allzu gut erzählen und sowohl in Worte als auch in Töne packen. Also benennen Rainer Schacht und Matthias „C“ Zeh kurzerhand jede Figur, die ihnen einfällt. Irgendwie müssen die ja schließlich heißen. Horst zum Beispiel. Oder Dieter, der dann gleich mal eine Puppe im Schrank hat. Oder Prunzuela, diese geile Sahneschnitte. Im Pantheon veranstalten die Feisten somit bei der Bonnpremiere ihres neuen Programms „Adam & Eva“ ein Schaulaufen dieser mehr oder weniger normalen Gestalten – was mitunter überaus unterhaltsam ist. Und dann wieder ziemlich peinlich.

Eigentlich haben die Feisten ja durchaus Erfahrung mit ihrer Song-Comedy, haben sie doch schon als Trio Ganz Schön Feist zahlreiche Auszeichnungen gesammelt, darunter den Prix Pantheon und den Salzburger Stier. Seit fünf Jahren sind sie nun zu zweit recht erfolgreich unterwegs und pflegen einen musikalisch doch eher minimalistischen Ansatz, der so lange hervorragend funktioniert, wie der Witz des Textes das Lied tragen kann. Wenn also die beiden mit einer augenzwinkernden Verbeugung vor Alter Egos aus „Ganz Schön Feist“-Zeiten als Jean-Jacques und Jerome eine Telefonsex-Hotline eröffnen, ist das ungeheuer amüsant, ebenso wie der inzwischen zum Klassiker mutierte instrumental ethnophile Song über den zwischen zwei Welten lebenden Ranjid Siddharta Schulze, bei dem Schachts Sitar-Spiel für eine ganz besondere Atmosphäre sorgt. Und auch die Wahrheit über Adam und Eva, die mit einer Apfelrestaurant-Kette Millionen scheffeln, ist noch ganz nett. Wenn allerdings der Menstruationszyklus besungen oder ein Horror-Schlager als herbeifantasiertes Produkt einer Kooperation von den Feisten und den Amigos angepriesen wird, ist der Zauber verflogen. Dann doch lieber wieder Namen wälzen. Davon haben alle Beteiligten mehr.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0